Bayrisches Requiem

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Eine Autobahn führt bald durch das idyllische Isental - Melkstuhlromantik und Grossstadtleben wachsen zusammen.

Sabine Riedel

Der April trat als Westwind auf, wild und kompromisslos. Der Boden holte tief Luft nach den Frostmonaten und verschluckte sich am Schmelzwasser. Die Sonne schickte die Bekassinen, die zweimal im Jahr das Isental kreuzen. An einem solchen Frühlingstag, wenn die Konturen der Dinge scharfkantig erscheinen wie Messerklingen, wenn das Licht unter diesem von Schneewolken gereinigten bayrischen Himmel Dachrinnen und Fenstersimse so hart konturiert, dass es scheint, die ganze Welt trüge plötzlich einen Trauerrand – kam der Minister aus dem fernen München. Er stapfte über den Acker, lächelte in die Kameras der Fotografen, hob den Spaten und stiess die Metallkante in den aufgeweichten Boden.  Es war ein symbolischer Spatenstich, eine energische Handbewegung, die das Ende einer Ära markierte: das Ende des Widerstands, der 35 Jahre gewährt hatte. 

 

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