Damals auf dem Tahrir

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Abends treffen sich Ägyptens Intellektuelle in der Happy City Bar.

Jonas Lüscher

Der Weg zum Glück führt durch einen Bogen, der fiept und blinkt, denn alles setzt sich über das Gerät hinweg, und keiner müht sich, seine Taschen zu leeren. Pfund und Piaster bleiben, wo sie sind, die Mobiltelefone in der Hand, die Uhren am Arm, und der Wächter über das elektronische Tor, in seiner knittrigen weissen Uniform der Tourist and Antiquities Police, das schwarze Béret im Schoss, bleibt hingefläzt und ungerührt in einem gepolsterten Sessel, den er sich aus der Lobby hergezogen hat, mit einer Langeweile, die ihm ins teigige Gesicht geknetet ist, als ob sie sich von dort nicht vertreiben liesse, selbst wenn die barbarischen Gog und Magog Einlass begehrten, um alles aufzufressen und auszutrinken, was es in Happy City gibt, und damit das jüngste Gericht ankündigten. Der Mann, wiewohl nicht jeden Abend derselbe, bleibt doch immer in seiner Ungerührtheit der gleiche und stellt nie ein Hindernis dar.

Das Piepsen des Metalldetektors im Ohr, wendet man sich scharf nach links, passiert die eng gestellten Sitzgruppen, lässt rechter Hand ein seltsames Arrangement aus Topfpflanzen, grob geschnitzten, hölzernen Fliegenpilzen und trüben Aquarien, in denen schemenhaft die Fischleiber treiben, hinter sich und steuert einen der beiden Fahrstühle an, ohne dass man dabei die Rezeption passiert hat, die sich hinter der Treppe verbirgt.

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