Die Taxifahrerinnen von Xi'an

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Drei Frauen in Xi’an arbeiten als Taxifahrerinnen. Die Hoffnung auf ein besseres Leben fährt mit.

Michael Gleich

Tief in der Nacht roch es nach Fleisch. An einer Kreuzung nicht weit vom Osttor ballten sich Taxifahrerlokale. Vor den Türen standen Kohlegrills. Viel Sprit kam zum Einsatz, und überall schossen Flammen hoch. Grün war noch immer die Farbe der Taxis in Xi'an – wie vor sieben Jahren. Aber statt der Citroëns und VW Jettas von damals sah man jetzt Taxis der chinesischen Marke BYD (Build Your Dreams). 

In den Lokalen sassen nur Männer. Ich ging in eines, das mir vertraut war. Ein Junge servierte Fleischspiesse. Wie üblich lief der Fernseher mit voller Lautstärke. Unentwegt knallten die Knobelbecher. Am grössten Tisch prosteten die Männer jemandem zu. «Er ist der Älteste Taxifahrer in Xi'an!», sagte einer aus der Runde. Der Älteste Taxifahrer von Xi'an hatte sehr müde Augen, aber er wirkte jung. «Was wollen Sie wissen?», fragte er mich. Er hörte sich an, als wäre er ein Würdenträger. «Wahrscheinlich, was alle Ausländer wissen wollen! Ich habe noch nie von einem Jasmin-Aufstand in China gehört! Und ich bin auch nicht damit einverstanden», sagte er, «dass ‹Jasmin› bei uns im Internet gesperrt ist. Im Land des Jasmins!»

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