Dilemma eines Spitzels

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Ein Drogendealer aus Atlanta soll kriminelle FBI-Beamte decken. Und wird als Bauer im Spiel der Mächtigen geopfert.

Ted Conover

Kathryn Johnston war bis zu dem Abend, an dem die Polizei kam, recht fidel. Seit dem Tod ihrer Schwester hatte Johnston, 92, alleine in einem harten Stadtteil von Atlanta gelebt, der The Bluff genannt wird. Eine Nichte sah oft nach ihr. Sie hatte ihrer Tante auch die Pistole geschenkt, damit sie sich verteidigen konnte. Ihr bescheidenes Haus hatte Gitter an den Fenstern und Türen; in der Nachbarschaft war schon eingebrochen worden. Acht Beamte näherten sich dem Haus, und sie klingelten nicht. Laut einem Durchsuchungsbefehl, der auf der Grundlage einer falschen eidesstattlichen Erklärung erlassen worden war, mussten sie das nicht – in dem Haus habe ihr Informant an jenem Tag Crack gekauft, laut  seiner Aussage sei es mit Überwachungskameras ausgestattet, zudem seien die im Haus befindlichen Personen unter Umständen bewaffnet.  Das Sicherheitstor liess sich nicht eintreten, und so machten sich zwei Beamte am 21. November 2006 im Dunkeln mit einer Brechstange und einem Rammbock ans Werk.

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