Eine Nonne schmeisst hin

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Schuften bis zum Umfallen, das Klosterleben wird ihr zur Hölle. Jetzt verklagt Małgorzata ihren Orden.

Katarzyna Włodkowska

Es ist so weit! Ein letztes Mal blickt sie zu den Eltern und tritt zum Altar. Der Pfarrer: «Liebe Schwester, schon durch die Taufe bist du für die Sünde gestorben und wurdest Gott geweiht. Willst du dich durch das Ewige Gelübde Ihm noch vollkommener hingeben?»

«Ich will.»

«Willst du mithilfe von Gottes Gnade das Leben in vollkommener Keuschheit, in Gehorsam und Armut annehmen und für immer befolgen, so wie es Herr Jesus Christus und seine jungfräuliche Mutter getan haben?»

«Ich will.»                         

«Willst du Gehorsam üben und dem eigenen Willen entsagen?»

«Ich will.»

«Willst du dich allein Gott hingeben in Schweigen und Einsamkeit, eifrig im Gebet und willig in der Busse, demütig in der Arbeit und in guten Taten?»

«Ich will.»

«Willst du ausharren im heiligen Orden der Franziskanerinnen von der Familie Mariens, den du begehrst?»

«Ich will und begehre.»

«Ich heisse Małgorzata Niedzielska. Das ewige Ordensgelübde legte ich am 26. Juni 1999 in der Pilgerstadt Tschenstochau in Südpolen im Alter von 24 Jahren ab. Ins Kloster ging ich, als ich 16 war. Ausgehalten habe ich es dort 13 Jahre. In Polen bin ich die erste frühere Ordensschwester, die gegen ihren Orden klagt. Warum?»

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