Gestrandet: Antwerpen

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Mit der MS «Michaela» einmal den Rhein runter von einem Hafen im Ruhrpott bis nach Rotterdam. Eine Meditation, die später im Reiseteil der Zeit erscheinen sollte. Das war der Plan.

Philipp Wurm

Ich sah Metallschrott und Elektroschrott, Stahlschrott und Brennerschrott, Scherenschrott und Mischschrott. Hier endete meine Dienstfahrt also: zu Füssen einer monströsen Abfallhalde, aufgeschichtet im Hafen von Antwerpen. Dabei hatte ich mir meinen Trip so idyllisch vorgestellt: Ich wollte mich absetzen und innerlich reinigen. Nicht mehr das Leben eines Hauptstadtreporters führen, der in die schmutzigen Tiefen der Gesellschaft eintaucht, von Kriminalität und Radikalisierung berichtet, von Rockern, Drogendealern und Söldnern. Ich wollte aussteigen, zumindest für eine Woche. Also gönnte ich mir eine entschleunigende Recherche, eine Wohlfühlgeschichte: die Fahrt auf dem MS «Michaela», einmal den Rhein runter von einem Hafen im Ruhrpott bis nach Rotterdam. Untermalt von Möwen und Schiffshupen, gebettet in einen Fluss, dessen sanfter Strom meine von der Realität lädierte Seele kurieren würde. Eine Meditation, die später im Reiseteil der Zeit erscheinen sollte.

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