Mujinga startet durch

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Hartes Training und Tiramisù: Nur noch ein Wimpernschlag trennt die Berner Sprinterin von der Weltelite.

Christof Gertsch

Stell dir vor, du stündest auf einem grossen Platz, und um dich herum hätten sich nur deinetwegen Zehntausende Menschen versammelt. Sie könnten es kaum erwarten, dir bei der Arbeit zuzusehen, und wären derart still, dass du jedes Geräusch hören würdest, ein Nuscheln in der vordersten oder ein Handyklingeln in der hintersten Reihe. Du würdest versuchen, dich zu konzentrieren, und würdest spüren, wie deine Halsschlagader vor Aufregung pocht. Aus den Seitenstrassen würden immer noch mehr Menschen auf den grossen Platz strömen, und du wüsstest, dass alle Augen auf dir ruhen. Es wäre nur so lange still, wie du dich nicht bewegen würdest. Ein Zucken von dir – und das Publikum würde toben.

Vielleicht bist du Bäcker, Physikerin, Coiffeur – und alles, was zählen würde, wäre dieses eine Brot, das du gleich backst, diese eine Formel, die du gleich berechnest, diese eine Frisur, die du gleich schneidest. Dies wäre der Moment, der über deinen Erfolg richtet, und du wüsstest, dass du keine zweite Chance erhältst. Dieser eine Moment würde deine ganze Berufskarriere bestimmen. Du könntest alles bekommen, Ruhm, Ehre, Geld. Oder nichts. Würdest du zur Bestform auflaufen? Oder wärst du wie gelähmt? Würdest du so gut backen, rechnen, schneiden wie noch nie? Oder wärst du überfordert und würdest unter den Erwartungen zusammenbrechen? Schrecklich, nicht?

Nicht für Mujinga Kambundji.

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