Rettet das Olivenöl!

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Plötzlich sterben die uralten Olivenbäume in Süditalien. Über den Kampf gegen die Katastrophe. 

Christian Schmidt

Er ärgert sich nicht. Daniele Rielli hat das Mietauto für den Flughafen Brindisi reserviert, obwohl wir beide am Flughafen Bari landen, 117 Kilometer weiter nördlich. Er zieht kurz die Augenbrauen hoch, seine einzige Reaktion, dann erkundigt er sich nach den Busverbindungen. Er hat Wichtigeres zu tun, als sich um die Übereinstimmung von Reisezielen zu kümmern. Wichtiger ist ihm etwa die Politik in seinem Land. Darüber denkt Rielli – 33, wohnhaft in Bologna, Schriftsteller, Philosoph, Ex-DJ und Ex-Nachtportier – dauernd nach, darüber redet er dauernd, und darüber schreibt er auch dauernd. Einer seiner Blogeinträge, über Beppe Grillo, brachte ihm eine halbe Million Likes und 1500 Drohungen verschiedenster Art. 

Im Shuttle von Bari nach Brindisi telefoniert Rielli mit Commissario Silletti, dem Chef der regionalen Forstpolizei und von der Regierung zur notfallmässigen Bekämpfung des beginnenden Baumsterbens abgeordnet: Wann hat Silletti Zeit für ein Interview? Rielli will wissen, wie es mit den Olivenbäumen weitergeht. Zehn Millionen stehen insgesamt im Salento, dem südlichsten Teil Apuliens, der sich entlang der Ostküste Italiens von Brindisi bis zum Ende des Absatzes erstreckt. Geschätzte hunderttausend Bäume sind bereits tot. Aber er will auch wissen, ob er etwas für seine eigenen tun kann. Riellis Familie stammt aus dem Salento und besitzt 110 Bäume. Sie drohen ebenfalls zu sterben. Ich begleite meinen Kollegen bei der Suche nach einem Ausweg. Seine Verehrung für den Salento, sein Volk und seine Kultur ist auch meine – soweit das einem Fremden möglich ist.

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