Singapurs Putzfrauen

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Unter prekären Bedingungen gehalten, machen die Maids der Expats deren Erfolg erst möglich.

Milena Moser

«Es tut mir leid, Ma’am. Ich muss jetzt ins Bett.» Der Satz ging Felicia immer und immer wieder durch den Kopf. Jede Nacht, wenn sie bis zwei, drei Uhr morgens mit Helen in der Küche sass und Weisswein trank, hat sie ihn auf den Lippen getragen und heruntergeschluckt. Felicia trinkt kaum Alkohol, verträgt ihn schlecht. Vielleicht mal ein Bier an ihrem freien Tag. Wenn sie denn einen hat. Und ausserdem ist Felicia um diese Zeit sowieso todmüde. Sie muss anderntags wie jeden Morgen um fünf aufstehen, die Hausarbeit und die Betreuung von Helens Kinder warteten auf sie. «Es tut mir leid, Ma’am. Ich kann nicht mehr mit Ihnen trinken. Ich muss jetzt ins Bett.» Helens Gesicht verschliesst sich. «Das war der Bruch», wird Felicia später sagen. 

 

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