Team Ruanda

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Hutu und Tutsi treten in der ruandischen Fahrradmannschaft gemeinsam gegen das Trauma des Genozids an.

Philip Gourevitch

Gasore Hategeka kaufte sein erstes Fahrrad im Jahr 2008. Es war ein in China hergestellter, arg gebrauchter Eingänger, und es kostete 35 000 Ruanda-Francs – ungefähr 60 US -Dollar. Gasore, der etwa zwanzig Jahre alt war, hatte fast sein halbes Leben dafür gearbeitet. Sein Vater hatte einmal ein Fahrrad besessen, und obwohl Gasore sagte, dass er sich an seine Kindheit kaum erinnere, erzählte er: «Mir gefiel, wie das Fahrrad funktionierte. Ich weiss noch, wie er mich auf dem Fahrrad auf die Felder weit ausserhalb unseres Dorfes mitnahm, und als mein Vater starb, dachte ich an das Fahrrad.»

Er fühlte sich dazu berufen, so jedenfalls drückte er es aus. Er sagte: «Es war immer mein Traum – es war immer in meinem Kopf, dieses Fahrrad.» Wenn Gasore von dem Fahrrad sprach, meinte er damit fast etwas Mystisches: die Verkörperung des Ideals von der Fortbewegung aus eigener Kraft.

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