Teheran 1978

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Die Historische Reportage aus dem Iran.

Peter Scholl-Latour

Die graue Betonmasse von Teheran tauchte zwischen Wolkenfetzen auf. Ein Gemisch von Regen und Schnee ging über der iranischen Hauptstadt nieder. Das Elbrus-Gebirge war in Nebelschwaden gehüllt. Trotz der fortgeschrittenen Vormittagsstunde fuhren die Autos mit aufgeblendeten Scheinwerfern. Die Essen eines Elektrizitätswerkes im Zentrum leuchteten wie eine Feuersbrunst. Die Polizeikontrolle nach der Landung war lässig, der Flugplatz Mehrabad verschmutzt. Eine Ordnung brach zusammen. Die Strassen wimmelten von Militärs in grau-grünen Parkas. Die Soldaten trugen amerikanische Helme und hielten Schnellfeuergewehre vom Typ M 16 schussbereit in der Hand. Es roch nach Belagerungszustand. Der schiitische Trauermonat Muharram hatte begonnen, und der Schah musste das Schlimmste befürchten.

Wir waren bei unserer Ankunft im «Hilton» längst von den Vertrauensmännern der islamischen Revolution in Empfang genommen worden, fliessend Deutsch sprechenden Personen, die in der Bundesrepublik studiert hatten und jetzt über unsere Absichten voll informiert waren. Unter strömendem Regen fuhren wir mit Huschi und Brahim zum Friedhof Beheschte Zah-ra. Unsere Kameras versteckten wir unter den Mänteln, um von den Militärkontrollen nicht zurückgeschickt zu werden.

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