Was seither geschah #21: «Khalils letzte Sekunden»

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Im Sommer 2014 erschiesst ein israelischer Soldat den zehnjährigen Palästinenser Khalil Anati. Von hinten, ohne Vorwarnung, im Vorbeifahren. Die Militärpolizei hat die Untersuchung des Falls inzwischen abgeschlossen.

Christian Schmidt

… was seither geschah

Die Pressestelle der israelischen Armee verhält sich erratisch. Im Sommer 2016 verschickt sie auf Anfrage ein Communiqué, in dem sie die Hintergründe der Erschiessung von Khalil Anati zusammenfasst. Abschliessend bemerkt sie: «Please feel free to send additional questions.» Als ihr diese zusätzlichen Fragen vorliegen, antwortet sie: «We have nothing to add.» Auf weitere E-Mails reagiert sie gar nicht mehr, etwa auf die Bitte mitzuteilen, wann die detaillierten Untersuchungsakten freigegeben werden. Denn auch drei Jahre nach dem Schuss wissen Khalils Eltern noch immer nicht, weshalb ihr Kind sterben musste. Und noch immer kann die israelische Menschenrechtsorganisation Yesh Din nicht beurteilen, ob sie den Fall vor Gericht bringen soll. Michael Sfard, Anwalt der Organisation: «Solche Verzögerungen machen es beinahe unmöglich, die Wahrheit zu finden.» Dabei hatte es zu Beginn so ausgesehen, als würde die israelische Militärjustiz funktionieren.

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