Zurück in Twin Peaks

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Dunkle Wälder und Mord im Nebel: David Lynchs Kultserie ist bald wieder da.

Juliane Schiemenz

«Diane, 11 Uhr und 30 Minuten, 24. Februar. Ankunft in der Kleinstadt Twin Peaks. Sieben Kilometer südlich von Kanada, 15 Kilometer westlich der Staatsgrenze. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Bäume gesehen.» – Das sind die ersten Worte, die FBI-Agent Dale Cooper in der US-Fernsehserie Twin Peaks in sein Diktiergerät spricht. Sie sind an seine Sekretärin Diane gerichtet, während er durch die tiefen Wälder im Nordwesten der USA fährt.

Am 23. Juli 2015, 17 Uhr und 30 Minuten, diktiere ich in mein Smartphone: «Diane, Ankunft in Twin Peaks. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Bäume gesehen.» Ich fahre durch die tiefen Wälder im Nordwesten der USA. Nach dem Flug von Berlin nach Seattle und einer einstündigen Autofahrt von Seattle gen Osten erreiche ich den Ort, an dem Twin Peaks gedreht wurde. Ich kann es kaum fassen.

Als Twin Peaks 1991 in Deutschland im Fernsehen lief, war ich zehn Jahre alt. Ich war viel zu jung, meine Eltern hätten nie erlaubt, dass ich die Serie anschaue. Es ging um Mord, Wollust, Drogen, Zorn, Neid, Eifersucht – so ziemlich jede Sünde, die man sich vorstellen kann, kam in der Serie vor. Noch Jahre später, als Erwachsene, erinnerte ich mich an den Vorspann, an die wenigen Szenen, die ich manchmal erhaschen konnte, bevor meine Eltern mich aus dem Wohnzimmer scheuchten. Die Bilder sind in mein Gehirn gebrannt: dunkle Tannenwälder im Nebel, mächtige Wasserfälle, eine schöne, blonde, tote Frau. Laura Palmer. In der Pilotfolge wird sie, in Plastikplane gewickelt, an einem Flussufer gefunden. FBI-Agent Dale Cooper, gespielt von Kyle McLachlan, kommt in die Stadt, um den Mord an der 18-Jährigen aufzuklären.

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