Reportagen Live on air: Ayurveda Ltd. – Ein Yoga-Guru greift nach der Macht mit Daniela Schröder

VON Lucas Hugelshofer

28.01.2021

«Der Konzernchef nimmt seine Markenzeichen-Pose ein. Sein nackter, behaarter Bauch wölbt sich nach innen, so weit, dass ein Loch entsteht, seine Brustmuskeln wölben sich nach vorn. Der Konzernchef sitzt mit gekreuzten Beinen auf einer Bühne, gehüllt in gleissend helles Scheinwerferlicht, auf Körper und Stirn glitzert Schweiss. Er trägt ein orangerotes Tuch um die Hüften, einen schwarzgrauen struppigen Bart, Pferdeschwanz. Ooooom, ruft der Konzernchef in sein Headset. Ooooom, echot die Halle.»

Baba Ramdev ist einer der prominentesten Yoga-Gurus Indiens. Sein Name steht für die Einheit von Körper und Geist, für spirituelle Reinheit und Erleuchtung. Und er ist Unternehmer, Gründer und Mitinhaber des Konsumgüterherstellers Patanjali Ayurved Ltd., über eine Milliarde US-Dollar Jahresumsatz, gut 30 000 Mitarbeiter, mehr als 2500 Produkte. Um sie zu verkaufen, scheut Ramdev weder vor nationalistischen Parolen noch, wie sich in der Corona-Pandemie zeigt, offenkundigen Lügen zurück.

Ramdev und seinem Co-Inhaber gehe es aber nicht vorrangig um Geld und Macht, sagt die Hamburger Reporterin Daniela Schröder, die für ihre Reportage in Indien recherchierte: «Sie nutzen beides, um ihre politische Mission weiterzutreiben.» Im Gespräch mit dem Reportagen-Redakteur Dmitrij Gawrisch erzählt Schröder über ihre Recherchen und das zunehmende Verschmelzen von Wirtschaft, Politik und Religion in der offiziell grössten Demokratie der Welt.

Wann: Montag, 8. Februar, 20.00 Uhr

Wo: Zoom


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Reportagen Live on air:

Reportagen lässt Sie, liebe Leserinnen und Leser, auch in schwierigen Zeiten nicht allein. Um die notwendigen Kontaktbeschränkungen wenigstens ein wenig erträglicher zu machen, haben wir zusammen mit dem sogar theater in Zürich und dem Kulturschiff Alte Utting in München beschlossen, unsere beliebte Reportagen-live-Reihe auch Anfang 2021 ins Internet zu verlagern. 

In Kooperation mit dem Kulturschiff Alte Utting, München, und dem sogar theater, Zürich.

Mit freundlicher Unterstützung des Kulturreferats der Landeshauptstadt München.