VON Lucas Hugelshofer
04.12.2019

Um vier Uhr nachmittags endete seine Schicht, und bei wildem Regen, dem die Scheibenwischer nicht Herr wurden, fuhren Duncan und ich in seinem Privatwagen über die passierbare Inlandstrasse nach Norden. 

VON Lucas Hugelshofer
03.12.2019

Ein Schwein, ein Schwein bin ich, ein Schwein –

Manchmal, wenn Judith mit den Kindern unterwegs ist, setzt er sich vor den Computer, www・gayromeo・com, öffnet die Hose, verwischt dann die Spuren, Dateien löschen, Cookies löschen, Verlauf löschen, Formulare löschen, Kennwörter löschen.

VON Lucas Hugelshofer
02.12.2019

Justo Gallego Martínez baut seit fünfzig Jahren eine Kathedrale aus Schutt und Schrott. Er fing an, als in Berlin die Mauer hochgezogen wurde und Juri Gagarin die Welt vom All aus sah.

VON Lucas Hugelshofer
01.12.2019

Ursprünglich wollte Orlando nach Afghanistan kommen, um sich zu rächen. Denn als Manager von Citibank hatte er 34 Mitarbeiter verloren, als die Flugzeuge am 11. September 2001 in die Zwillingstürme flogen.

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VON Lucas Hugelshofer
20.11.2019

Samstag, 7. Dezember 2019, 13:30 Uhr. Präsentation des Dok-Animationsfilms Another Day of Life über eine lebensgefährliche Recherche des polnischen Reporters Ryszard Kapuściński in Angola 1975.

VON Lucas Hugelshofer
12.11.2019

Für Reportagen besucht der preisgekrönte Autor Nik Afanasjew Babylon. Nur liegt sein Babylon nicht im heutigen Irak, sondern an der tschechisch-deutschen Grenze. Aber an Sünde und Dekadenz kann das wenige hundert Einwohner zählende Dorf locker mit dem Original mithalten. Lesung und Diskussion.

VON Lucas Hugelshofer
08.10.2019

«Wo geht es hier zu Reportagen?», fragte einst irritiert ein deutscher Journalist – er stand mitten im kleinen Redaktionsbüro. Der Mann hatte sich zuvor tapfer in jene düstere Gasse vis-à-vis dem Bundeshaus gewagt, die den treffenden Namen «Käfiggässchen» trägt: graue, bedrohlich aufragende Wände, Rückseiten von Berner Altstadthäusern mit ihren prächtigen Fassaden. Den versteckten, nicht einladenden Eingang mit dem Schild «Reportagen» hatte der Journalist eher zufällig entdeckt. Am Ende einer langen Treppe fand er in einem Zwischengeschoss eine schmucklose Tür.

VON Lucas Hugelshofer
28.09.2019

Oyub Titiyew ist 60 Jahre alt, ehemaliger Lehrer und Boxtrainer. Bis 2017 arbeitete er für die russische Menschenrechtsorganisation „Memorial“. Dabei spürte er Tausende in den Wirren der Tschetschenienkriege verschleppte Menschen auf und erwirkte, sofern sie noch am Leben waren, deren Freilassung. Doch dem Regime war Titiyews Arbeit ein Dorn im Auge. Seine Kollegin wurde ermordet, ihm jubelte man Drogen unter, in einem beispiellosen Schauprozess wurde er zu mehrjähriger Lagerhaft verurteilt. 

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