Aus dem Notizbuch

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Es war eine dieser Szenen, die man sich beim Steh-Apéro erzählt.

Daniel Puntas Bernet

Die Episode rund um eine Aussage eines Politikers hatte keine Relevanz für die Geschichte, in der publizierten Reportage erschien sie nicht. Zugetragen hat sie sich in Sambias Hauptstadt Lusaka. Zusammen mit einem Fotografen hatte ich zuvor einen Monat lang im Kupfergürtel rund um die Minen des Rohstoffhandelskonzerns Glencore recherchiert. Nach 31 Tagen in Hinterhöfen, auf dem Fabrikgelände der Verhüttung und 1000 Meter unter Tag, in Parks, Bars, auf Golfplätzen, Schutthalden und nach vielen Gesprächen mit Managern und Mineuren, lautete der Befund wie so oft bei Recherchen: unentschieden. Zwar gab Glencores Kupfer­abbau hier und dort Anlass zur Sorge (namentlich der Schadstoffausstoss eines Fabrikschlots), aber gleichzeitig war der Schweizer Rohstoffhandelsriese bei der Bevölkerung beliebt, nicht zuletzt, weil der CEO, ein Expat, neben Englisch auch Bemba sprach, eine der lokalen Sprachen der Sambier. Am letzten Abend vor unserer Rückreise nach Europa konnten wir in Sambias Hauptstadt endlich den Oppositionspolitiker Given Lubinda treffen. Er hatte Mails und Telefonanrufe 30 Tage lang ins Leere laufen lassen, umso mehr erhofften wir von ihm – quasi «Last minute» – eine abschliessende Einordnung der Verhältnisse.

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