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Jonathan Gottschall, Experte für evolutionäre Literaturwissenschaften, versucht in seinem Buch «The Story Animal» zu beweisen, dass der Mensch Geschichten zum Überleben braucht.

Daniel Puntas Bernet

Es gibt in der Gesamtheit der Wissenschafter auf dieser Welt einige seltene Exemplare: jene, die die Gabe besitzen, ihre Erkenntnisse für Laien verständlich zu formulieren und ihren Forschungsstoff in eine mitreissende Geschichte einzubetten. Wie wenn man kein Theoriebuch in den Händen hielte, sondern eine Erzählung. Jonathan Gottschall, Experte für evolutionäre Literaturwissenschaften, ist einer von ihnen. Er hat ein Buch geschrieben mit dem Titel The Storytelling Animal. Darin unternimmt er den Versuch, zu beweisen, dass der Mensch Geschichten zum Überleben braucht. Gottschall schafft das Kunststück, an den derzeitigen Stand der Forschung der Anthropologie, Neurologie und Biologie anzuknüpfen und gleich­zeitig jeden Leser und jede Leserin mit anschaulichen Beispielen aus der Kulturgeschichte, der Literatur und seiner eigenen Erfahrungswelt ins Boot zu holen. Und das alles, ohne dabei ins Populärwissenschaft­liche abzudriften.

Dass Geschichten das Überleben der menschlichen Spezies sichern, klingt zuerst einmal überhöht, doch schrittweise macht Gottschall klar, dass fast alles in unserem Leben Erzählung ist. Nicht Homo sapiens, der weise oder wissende Mensch, sondern Homo narrens, der erzählende Mensch, wäre die richtige Bezeichnung für uns

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