Belagert und vergessen

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Für die Bewohner von Zabadani ist der Einschlag von Granaten der Soundtrack ihres Alltags. 

Carsten Stormer

Spätestens seit ich bäuchlings im Uferschlamm liege, ist mir klar, dass ich ziemlich tief in der Scheisse stecke. Der Kerl links neben mir entsichert seine Kalaschnikow, der Typ an meiner rechten Seite steckt seinen Zeigefinger in den Abzugsring einer Handgranate. Meine Kleidung saugt sich voll mit kaltem Wasser. «Psst», macht der Anführer der syrischen Rebellengruppe, legt seinen Finger an die Lippen. «Was ist los?», flüstere ich. Mich rechtzeitig zu informieren, ist nicht unbedingt die Stärke meiner Begleiter. Meistens erfahre ich Dinge erst, nachdem sie geschehen sind.

 

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