Bridget Read im Gespräch

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Bridget Read, Autorin von Albtraum auf 80m², im Gespräch

Dmitrij Gawrisch

Reportagen: In Ihrer Geschichte erzählen Sie von Katherine Gladstone, die mit ihrer Tochter Lily bei Heidi Russell einzieht, sie um die Miete prellt und zuletzt sogar aus der Wohnung drängt. Wie einzigartig oder typisch ist diese Geschichte für New York?

Bridget Read: Sie ist tatsächlich eine Mischung aus beidem. Die Geschichte ist dramatisch und haarsträubend, weil Gladstone berechnend, systematisch und strategisch vorgeht. In den USA nennen wir solche Leute grifters, also Gauner oder Schwindler, besonders typisch für die Massen der Mieter sind sie nicht. Aber Gladstone nutzt die Eigenheiten des New Yorker Miet- und Immobilienmarktes für ihre Zwecke aus: nämlich dass es dort viele kleine Vermieter gibt, die knapp bei Kasse sind, deshalb händeringend Mieter suchen und viel zu schnell alle möglichen Leute in ihre Wohnung lassen.

 

Haben Sie selbst ähnliche Erfahrungen mit Mitbewohnern oder Untermietern gemacht?

Nicht annähernd in dem Ausmass, Gott sei Dank. Aber Geschichten von schrecklichen Mitbewohnern haben fast alle New Yorker zu erzählen. Auch aus diesem Grund wollte ich die Geschichte aufschreiben. Weil sie, neben aller individuellen Abscheulichkeit, offenbart, wie kaputt unsere Gesellschaft ist. Ich finde das ziemlich bedrohlich.

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