Chinese sucht Chinesin

Junggeselle Zhou lebt in einem Männerdorf. China fehlen Millionen Frauen.

Daniela Schröder

Enge Oberteile. Zarte Kleidchen, Goldketten baumeln den Ausschnitt hinab. Miniröcke, die weit über dem Knie enden. Jeansshorts, zwei Handbreit lang. Schlanke Beine auf Bleistiftabsätzen. Schwarze, wie Seide glänzende Haare. Kirschrote Lippen. Porzellanteint. Chuan fingert eine Zigarette aus seiner zerknautschten Packung, seine Augen glänzen, während er die jungen Frauen beobachtet, wie sie aus den Taxis steigen.

Chuan steht vor der Karaoke-Bar Baima Wangchao in Lingshui, es ist ein Dienstagabend kurz vor zehn, er saugt an der Zigarette, sein Blick klebt an den Frauen. Zhou Chuan, 39 Jahre, Single, blaugraue Stoffhose und hellblaues Kurzarmhemd, kleiner Bauchansatz, um die einssiebzig gross, rotbraungebrannt, frisch rasiert, Aftershave. Die Frauen zupfen Haarsträhnen und Kleider zurecht, ziehen Lippenstift nach, trippeln an Chuan vorbei zum Eingang der Bar. Männer in schmalen Anzügen stehen dort und rauchen, die Frauen tuscheln und kichern, Türsteher haken die Absperrseile aus, alles verschwindet im Neonbauch der Bar.

Chuan tritt die Zigarette aus, verteilt die Tabakbrösel mit der Schuhspitze, dann geht er zu einem Grillimbiss auf der anderen Stras­senseite. Junge Männer, Familien und Pärchen knabbern Fleisch von Spiessen, Chuan setzt sich an einen Tisch am Rand, die Kellnerin bringt eine Flasche eiskaltes Bier, dazu ein Schüsselchen mit Salzgurke, Orangenscheiben, Wassermelonenwürfeln. «Xiè xiè», Danke, sagt Chuan leise und guckt zu ihr hoch, doch er sieht nur einen wippenden Pferdeschwanz und das Imbiss-Logo auf dem schmalen T-Shirt-Rücken. 

Vier Biere später legt Chuan ein paar Scheine auf den Tisch und geht. Als er auf sein altes Mofa steigt, fallen ihm kurz die Augen zu, er gähnt laut und lang, schüttelt sich wie ein nasser Hund. Chuan steuert das Mofa hinaus aus der blinkenden, hupenden Stadt, über die grosse Brücke, über Landstrassen, über Feldwege, das Mofa röhrt und stottert, Chuan macht mehr Schlenker als nötig, aber Sorgen um ihn sind überflüssig, er kennt die Strecke im Schlaf. Die Nacht schluckt das Rücklicht, die Nacht schluckt Chuan.

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Am nächsten Morgen, als zwischen den Mangobäumen hinter dem Haus die Sonne blinzelt und der Hahn das erste Mal kräht, wacht Chuan auf. Sein Mund ist trocken, an seinen Schläfen pocht ein Schmerz, Chuan gräbt das Gesicht in sein geblümtes, fleckiges Kopfkissen und erinnert sich daran, was er geträumt hat in dieser kurzen Nacht. In dem Traum, so erzählt er später, schaute ihm die Grill-Kellnerin in die Augen, lächelte ihn an, dann stieg sie zu ihm auf den Rücksitz des Mofas, schlang die Arme um seine Hüften, legte das Kinn auf seine Schulter, so fuhren sie in die Nacht.

Wie ging der Traum weiter, Chuan? Chuans Gesicht wird dunkelbraun, er starrt zu Boden, der Übersetzer verzieht keine Miene. «Das kann man sich doch denken», flüstert der Übersetzer auf Englisch. Chuan versteht kein Englisch, auch kein Mandarin, seine Sprache ist einer der lokalen Dialekte auf Hainan.

Hainan ist die kleinste und südlichste Provinz Chinas. Neun Millionen Einwohner, eine Gruppe aus vielen winzigen und einer gros­sen Insel im südchinesischen Meer, ein Anhängsel am unteren Zipfel des Landes. Das Klima ist tropisch, nicht nur jetzt im schwülheissen Regenmonat Juni. Ananas, Melonen, Papaya, Mango und Litschi wachsen auf Hainan, es gibt Kokosnusswälder, Pfefferhaine und Kaffeeplantagen. Ein Schlaraffenland mit einem Flughafen im Norden der Insel, einer Autobahn in den Süden, fast parallel saust ein Schnellzug die Küste entlang. Vom Bahnhof der Kreisstadt Lingshui fährt zweimal am Tag ein Bus nach Po Cun, Chuans Dorf. Po Cun liegt hinter einem Berg, dunkelgrün und dicht bewachsen wie ein Urwald, nur zwanzig Kilometer und knapp zwei Bummelbusstunden trennen die Grossstadt vom Dorf. Gefühlt sind es zweihundert Jahre.

Chuan lebt auf einem Hof am Rande des Dorfes Po Cun. Den Hof, zwei flache graue Häuser, Küchenhäuschen, Hühnerschuppen, teilt er sich mit seinen Brüdern und einem Onkel. Zhou Wen ist 44 Jahre alt, Zhou Yong 42, Zhou Lian 40, der Onkel Zhou Chuan ist 55. Keiner der fünf ist verheiratet, alle sind Singles. Eine Männerfamilie auf dem Land.

Im Dorf Po Cun, gut 3000 Einwohner, leben 300 unverheiratete Männer zwischen 30 und 60 Jahren. Auf Hainan gibt es viele Dörfer mit Dutzenden Junggesellen. «Guang gun» werden sie im Chinesischen genannt. «Kahle Äste», an denen kein Blatt wächst, die keine Früchte tragen. Männer, die keine Kinder zeugen.

In China ist eingetreten, was Demografieforscher schon vor Jahren vorausgesagt haben: Das Land hat einen extremen Männerüberschuss. In ihrer jüngsten Statistik berichtet die Regierung von 33,6 Millionen mehr Männern als Frauen im knapp 1,4-Milliarden-Menschen-­Staat, das stärkste Ungleichgewicht verzeichnen ländliche Provinzen wie Hunan, Guangxi, Guizhou, Hebei, Dörfer voller «kahler Äste» gibt es auch dort. Doch nirgendwo ist das Geschlechterverhältnis so unausgeglichen wie auf Hainan. In den vergangenen Jahrzehnten kamen auf 100 neugeborene Mädchen statistisch gesehen stets um die 130 Knaben. Dass sich diese Zahlen angleichen, ist nicht in Sicht. Im Jahr 2000 lag das Verhältnis bei 135 Buben zu 100 Mädchen, die aktuelle Zählung ergab knapp 130 Buben zu 100 Mädchen. Wissenschafter beziffern den für eine Balance nötigen Wert mit 105 männlichen zu 100 weiblichen Babys.

Der Männerüberschuss in China hat zwei miteinander verflochtene Ursachen. Als entscheidend gilt der von jeher höhere Stellenwert von Söhnen. Nur mit einem Sohn, so das traditionelle Denken im Land, lebt die Familie fort, eine Tochter dagegen gehört nach der Heirat zur Familie ihres Mannes. Vor allem aber rechnen sich Töchter nicht: Erst kosten sie Mitgift, später nützen sie ihren alten Eltern weder als Ernährerin noch als Pflegerin.

Zur kulturellen Präferenz kam ab 1979 ein gesetzlicher Zwang, Chinas Ein-Kind-Politik. Die Folge: Ehepaare liessen Millionen Mädchen abtreiben. Heute fehlen dem Land und seinen Männern die Frauen.

Mädchen sind «verschüttetes Wasser», heisst es in vielen ländlichen Regionen. Die einzige Sicherheit für das Überleben im Alter ist dort ein Sohn, das chinesische Sozialsystem existiert erst in Ansätzen und auf dem Land noch gar nicht. Auf Hainan kommt hinzu, dass ein Junge eine zusätzliche Arbeitskraft bedeutet, Landwirtschaft und Fischerei waren lange Zeit die einzigen Einkommensquellen, nach wie vor ist die Insel-Provinz eine der wirtschaftlich am schwächsten entwickelten Regionen Chinas.

Als die Sonne in Chuans Zimmer scheint, stehen die Zeiger des kleinen blauen Blechweckers im Fenstersims auf halb acht. Chuan schält sich aus der dünnen Decke, er trägt die Sachen vom Abend zuvor. Chuan schlüpft in die ausgelatschten Gummischlappen neben dem Bett und schlurft ins Schlafzimmer nebenan. Auf dem wuchtigen Holzdoppelbett, auf einer Bambusmatte, liegen Wen und Yong und schnarchen fast synchron.

«Aufstehen, ihr faulen Säcke!», ruft Chuan und wirft einen seiner Schlappen zwischen die Brüder. Wen macht ein grunzendes Geräusch, dann schnarcht er weiter. Yong setzt sich langsam und stöhnend auf, schnappt den Schuh und pfeffert ihn zurück. Aber Chuan ist nicht mehr im Zimmer, er lehnt im Haustürrahmen und zündet sich eine Zigarette an, gestern Abend hatte er die letzte in der Packung doch glatt übersehen. Chuan bläst Rauchkringel in den schwülwarmen Morgen und lächelt. Was zu rauchen in der Hosentasche finden, das ist kein schlechter Start in den Tag.

Chuan steht in der Küche, ein niedriger Steinschuppen mit Lehmboden, löchriger Fliegendraht in den Fensterluken, von der Decke baumelt ein Kabel mit flackernder Glühbirne. Auf dem Boden und in Holzregalen ein Sammelsurium von Töpfen und Pfannen, dunkel angelaufen, zerbeult, fettfleckig, manchen fehlt ein Griff. Auf einem Gaskocher brodelt eine helle Masse im Topf, Reisbrei. Chuan dreht die Flamme runter, giesst ein bisschen Wasser in den Brei, rührt mit einem Hackmesser immer wieder durch oder droht damit den Hühnern, die in die Küche kommen und Reiskörner vom Boden picken.

Drüben im flachen, grauen Haus warten die Brüder und der Onkel im Wohnzimmer, alle um die einssiebzig gross, rotbraungebrannt, drahtig, in hochgekrempelten T-Shirts und abgewetzten Shorts, ein Ventilator rührt durch die klebrige Luft. Das Wohnzimmer ist der dritte Raum im Haus, zwei Holzsofas, ein paar Plastikhocker, in einer Ecke ein Tischchen mit Wasserkocher und Räucherstäbchen-Vase, an der Wand ein unbenutzter Abreisskalender und ein goldgerahmtes Bild des Staatsgründers Mao Zedong.

«Frühstückmachen ist Frauenarbeit», sagt Wen. «Bei uns kümmert sich derjenige darum, der als Erster aufsteht.» Er giesst Tee in schlierige Gläser und grinst. «Meist schlafen wir so lange, bis der kleine Bruder aus dem Bett ist. Chuan macht das einfach am besten.» Nach dem Frühstück zieht Wen die Näpfe und Gläser durch einen Plastikbottich mit trübem Wasser. Sein Bruder Chuan legt sich aufs Sofa und schaltet den Fernseher ein, bei irgendwas Historischem mit Soldaten bleibt er hängen, einige Minuten darauf schnarcht er.

Um die Mittagszeit ist bei den Zhous die Hölle los, Hühner und Küken flattern, rennen, gackern, piepen, der kleine Chuan ist auf Jagd. Doch sie dauert nur wenige Augenblicke, Chuan ist ein erfahrener Jäger. Mit der rechten Hand drückt er die dicke Henne hinunter in den Sand, mit der linken reisst er sie an den Füssen wieder hoch, sie gackert schrill, windet sich, hat keine Chance. Chuan trägt sie zu einem Baum­stumpf, schwarze Klümpchen kleben daran und braun-weisse Federn.

Im Topf garen Hühnerteile, beaufsichtigt von Onkel Chuan. Wen hockt sich vor das Küchenhäuschen und fängt an, eine frische Papaya­ in Stücke zu hacken. Onkel Chuan kommt aus der Küche, nimmt ihm das Messer aus der Hand, schnauzt «kümmer' dich um den Reis» und schneidet die restliche Papaya in dünne Streifen. Der Holztisch vor dem Haus steht voller Töpfe und Schalen, Yong holt die Plastikhocker aus dem Wohnzimmer, Lian verteilt Plastikschüsselchen, Onkel Chuan befiehlt Wen, ins Dorf zu fahren, Papierservietten kaufen. «Bring auch Bier mit für unsere fremden Gäste!»

Die Männer haben nasse Haare und tragen frische Hemden, zu gesottenen Hühnerteilen, selbstgemachter Pfeffersauce und gedünsteter Papaya trinken sie Dosenbier, dazu eine Flasche Bambusschnaps, das Gastgeschenk. Mit jedem Zuprosten, mit jedem Schluck, mit jedem Schüsselchen Schnaps werden die Sätze länger, die Stimmen kräftiger, das Lachen lauter, mit jedem Schnaps werden die Männer gesprächiger. «Die werden anfangs stumm sein wie Fische», hatte der Übersetzer auf der Fahrt ins Dorf gesagt.

«Vor ein paar Jahren habe ich einige Monate in Lingshui gearbeitet», erzählt Wen. «Dort habe ich ein Mädchen kennengelernt, wir sind zusammen ausgegangen und so. Irgendwann ist sie mit mir nach Po Cun gefahren, um das Dorf kennenzulernen und unseren Hof zu sehen. Nachdem wir zurück in der Stadt waren, hat sie sich nicht mehr bei mir gemeldet. Ich habe nie wieder etwas von ihr gehört.»

«Neulich bin ich auf dem Marktplatz gewesen, der Bürgermeister hatte ein Treffen für unverheiratete Männer und Frauen veranstaltet», erzählt Onkel Chuan. «So 300 Leute waren da, davon etwa 100 Frauen. Sie teilten die Frauen in Gruppen auf, je nach Alter. Es gab gratis Tee und Gebäck.» – Wen hast du kennengelernt? – «Ich habe versucht mit irgendeiner Frau ins Gespräch zu kommen, aber ich war nicht erfolgreich. Ich bin zu schüchtern. Und ich bin zu alt.»

Unser kleiner Bruder, erzählen Lian und Wen, als der junge Chuan kurz zum Pinkeln im Kokoswald verschwindet, der fährt häufig nach Lingshui. Was er dort mache, darüber spreche er nicht. Meist komme er mitten in der Nacht total betrunken nach Hause. Aber Respekt, sagen die Brüder, das Frühstück am nächsten Morgen bekomme er trotzdem immer einwandfrei hin, nicht ein Mal sei der Reisbrei bisher angebrannt. «Wahrscheinlich kauft er sich eine in der Stadt», sagt Onkel Chuan, und kichert wie ein kleines Mädchen.

«Als ich zur Schule ging, hatte ich mal eine Freundin», erzählt Lian. «Etwa 1995 muss das gewesen sein, sie war meine Klassenkameradin. Ihr Name war Mei. Wir haben nie zusammen ein Bett geteilt. Aber es waren gute Gefühle zwischen uns. Echte Gefühle. Sie hat dann Schluss mit mir gemacht und einen anderen geheiratet. Einen aus der Stadt.» – Aber warum, Lian? – «Der andere hat in der Fabrik gearbeitet und gut verdient.»

Po Cun ist ein Dorf, das aus einigen Dutzend weit verstreuter Höfe besteht, auf dem Nachbarhof der Zhous steht ein Sanitärhäuschen mit Bodenklo und rostiger Duschbrause, die Männer dürfen es nutzen, ein eigenes haben sie sich bisher nicht gebaut. Die Nachbarin ist eine kleine Frau mit krummem Rücken und schwieligen Händen, 57 ist sie, seit vier Jahren Witwe, ein Sohn, 31, auch er ein Junggeselle. Das Leben in Po Cun, erzählt die Nachbarin, habe sich in den vergangenen Jahren sehr verbessert.

«Strom, Leitungswasser, Telefon, Fernsehen, das alles hatten wir vor 20 Jahren noch nicht.» Die Strasse in den nächstgrösseren Ort Wen Luo sei zu der Zeit ein schmaler Feldweg gewesen, die eine Hälfte des Jahres überschwemmt, die andere Hälfte verschlammt, «ständig blieben die Wasserbüffelkarren stecken». Und ins zwanzig Kilometer entfernte Lingshui kam damals niemand aus dem Dorf, «nur der Bürgermeister fuhr einmal im Monat mit dem Mofa, bei Sonnenaufgang hin, nie vor Mitternacht zurück».

Dank den Fernsehern lernten die Dorfbewohner kennen, was sie im Dorf verpassen. Die asphaltierten Strassen erschlossen ihnen die attraktive Welt. «Früher ist man hier nie rausgekommen, alle waren arm, alle hatten Hunger», sagt die Nachbarin. «Aber warum sollte eine junge Frau heute hier leben wollen? Ein Mädchen, das schlau ist, zieht in die Stadt. Sie sucht sich eine Arbeit, findet einen Mann, hat ein schönes Leben.» – Aber wenn alle weggehen, wer heiratet dann deinen Sohn? – «Ich weiss es nicht», sagt sie. «31 Jahre alt und immer noch keine Frau und kein Kind. Am besten wäre, wenn er in die Stadt zieht, dort gibt es Arbeit und Mädchen.» Die Nachbarin schweigt. «Aber wer kümmert sich dann um mich? Und wer kümmert sich um unseren Hof?»

Nach dem Essen machen die Zhous Mittagspause. Sie liegen in Hängematten unter grossblättrigen Bäumen, dösen und rauchen. Ein Transistorradio dudelt verzerrt klingende chinesische Schlager, Wen kritzelt auf Lottoscheinen herum, der rotblonde Hofhund gähnt, ab und zu erschlägt jemand ein aufdringliches Insekt.

Ein chinesischer Wirtschaftsprofessor empfahl neulich, den Männerüberhang mit ökonomischen Strategien anzugehen: Liegt die Nachfrage über dem Angebot, muss man das Angebot rationieren – mehrere Männer teilen sich eine Frau. Zufriedene Männer seien wichtiger als die Moral, argumentierte der Professor, die monogame Ehe gehöre abgeschafft. Im Internet gab es einen Riesenaufschrei, eine öffentliche Debatte entbrannte, die Idee des Ökonomen scheint chancenlos. Gewinner der Männerkrise sind die gut 1000 Sexpuppen-Hersteller im Land. Bis vor einigen Jahren produzierten sie vor allem für den Export, nun wächst der Umsatz im eigenen Land. Populär ist auch die Import-Option: junge Frauen aus ärmeren Nachbarländern Chinas, aus Myanmar, Laos, Nordkorea, Vietnam. Ganze Busladungen Vietnamesinnen kommen seit einiger Zeit in chinesischen Dörfern an, um zu heiraten. Manche Ehen halten, aber Medien berichten auch von «Importbräuten», die kurz nach der Hochzeit spurlos verschwinden, im Gepäck nichts als einige Kleidungsstücke, Papiere – und ihre Mitgift. Chinesische Behörden ermitteln wegen organisierten Betrugs und Menschenhandels, die verlassenen Ehemänner sitzen um etliche Tausend Yuan ärmer wieder allein auf ihren Höfen. «Ich fühle der Frau gegenüber keinen Hass», zitiert eine Zeitung einen jungen Bauern. «Wahrscheinlich hat sie eigene Sorgen und Probleme.»

Spät am Abend in Lingshui, am Himmel hängt eine dünne Mondsichel, im Wasser des Flusses spiegeln sich die Lichter einiger Hochhäuser und Baukräne, in einer Strassengrillbar fächelt der Koch mit einer Pappe die Glut an. Wippender Pferdeschwanz, schmaler Rücken, die Kellnerin von neulich bringt Bier und Fleischspiesse. Sie stellt sich als Meggie vor, die Jungen und die Gebildeten in China legen sich meist einen englischen Vornamen zu. Meggie ist 21, kommt aus einem Dorf tief im Landesinneren von Hainan, seit zwei Jahren arbeitet sie als Kellnerin in der Stadt. «Meine Arbeitstage sind lang, oft elf Stunden, das Leben hier ist teuer. Aber im Dezember werde ich heiraten und in eine schöne grosse Wohnung ziehen, mein Freund arbeitet in einer Bank.»

Kellnerin, Verkäuferin, Fabrikarbeiterin, Hoteldame – in Chinas immer weiter wachsenden Städten finden Mädchen aus dem Dorf leicht eine Stelle, selbst wenn sie keinen Schulabschluss haben. Auch die Aussichten, in der Stadt einen Partner zu finden, sind für junge Frauen wie Meggie gut. Denn nach wie vor gilt bei der Ehe das Hierarchie-Prinzip: Der Mann hat einen besseren Job, verdient mehr, die Frau heiratet sich nach oben. Eine Bauerstochter und ein Städter, das ist akzeptabel, eine Chinesin aus der Stadt dagegen würde nie einen Mann vom Land heiraten.

Mehr Frauen als Männer im Land, das bedeutet für eine patriarchalische Gesellschaft einen drastischen Wandel. Bei der Partnerwahl sind es nun die Frauen, die entscheiden. Und weil die Auswahl gross ist, wählen sie unter den Interessenten den attraktivsten aus. Den mit dem meisten Geld. «Mit dir Fahrrad fahren? Lieber weine ich auf dem Rücksitz eines BMW», bügelte eine junge Frau den Kandidaten einer populären Verkuppel-Fernsehshow ab. Der Satz spiegelt die Lage im Land perfekt wider. Früher waren alle arm, die Menschen konnten gar nicht des Geldes wegen heiraten, also heirateten sie aus Liebe. Chinas rasanter wirtschaftlicher Aufstieg veränderte auch die Beziehung zwischen den Geschlechtern, entscheidend wurde das Materielle. Verlierer dieser Entwicklung sind die ärmsten Kandidaten auf dem Partnermarkt, Verlierer sind die Habenichtse auf dem Land.

Yong, Lian und Onkel Chuan setzen sich Strohhüte auf, schultern Macheten und Hacken und gehen zur Arbeit. Neben dem Hof steht ein Kokosnusswäldchen, es gibt ein paar Bananenstauden und Bambus­sträucher, einige Mango- und Papayabäume. Die Männer säbeln trockene Blätter ab, lockern hier und da den Boden, Yong pflückt zwei Mangos. «Die sind für später.» Das ist einer von drei Sätzen, die der schweigsame Yong in diesen Tagen sagt. «Die Kokosnussernte ist gerade vorbei, was sonst hier wächst, davon essen wir das meiste selbst», erzählt Onkel Chuan, schiebt seinen Hut ein Stück nach hinten und wischt sich mit dem Handrücken Schweissperlen von der Stirn.

Ein Reisfeld bewirtschaften sie, zwei liegen brach, ein paar Schweine gab es früher einmal, aber die haben sie irgendwann geschlachtet. Etwa 30 000 Yuan jährlich, gut 4400 Franken, bringt die Landwirtschaft jedes Jahr ein, nicht jedem Einzelnen, allen fünf Männern zusammen. Ein Job in der Stadt, da hätten sie keine Chance, «wir sind nur in die Grundschule gegangen», sagt Lian. «Höchstens einige Wochen im Jahr auf dem Bau bekommst du was, aber das wollen viele Männer aus dem Dorf machen.» Und wenn sie die Reisfelder in Schuss bringen, mehr Früchte anbauen, alles auf dem Markt in Wen Luo verkaufen oder an Geschäfte in Lingshui? Nein, sind sich die Zhous einig, das sei keine gute Idee. «Warum sollten wir mehr Geld verdienen, als wir brauchen?», fragt Lian. «Für wen denn?»

Es ist ein Teufelskreis. Wer arm ist, findet keine Frau und kann keine Familie gründen, er wird ein guang gun, ein «kahler Ast». Wer ein «kahler Ast» ist, dem fehlt die Motivation, seine Lebensumstände zu verbessern, er sieht keine Ziele, keine Perspektiven, entwickelt keine Ambitionen. Der «kahle Ast» fühlt sich ohnmächtig, ergibt sich seiner Hoffnungslosigkeit, er resigniert – und wird letztlich noch ärmer. Was wiederum das Gründen einer Familie endgültig utopisch macht.

Die «kahlen Äste» von heute sind eine neue Klasse der Allerärmsten von morgen, prophezeien chinesische Gesellschaftswissenschafter. Auch die psychologischen Folgen des unfreiwilligen Jung­gesellentums auf dem Land sind für die Forschung bereits ein Thema, es geht um «mangelndes Selbstwertgefühl, emotionale Inkompetenz, starke Depressionen».

Sex ist das heikle Thema bei den Zhous. «Ich soll fragen, was sie machen, wenn sie Sex wollen?» Der Übersetzer nimmt einen grossen Schluck aus seiner Teeflasche. «Über so etwas spricht man hier nicht, das weiss höchstens der beste Freund.» Er grinst. «Vielleicht machen sie es sich den ganzen Tag selbst.» Vielleicht gucken die Zhou-Brüder normalerweise auch Pornos und schlafen mit Witwen im Dorf. Vielleicht ist nicht nur Chuan ständig bis spät in die Nacht in Lingshui, sondern die anderen auch, sogar bis zum nächsten Tag, was für ihre Verhältnisse richtig teuer wäre. Was auch immer die Männer machen, wenn sie Lust haben, es bleibt ihr Geheimnis.

Die Zahl der Männer ohne Frauen wird in China weiter wachsen. Statistiker rechnen damit, dass spätestens 2040 fast 50 Millionen Junggesellen im Land leben. Ein Männerüberschuss, wie ihn noch kein Staat erlebt hat. Westliche Forscher meinen, dass es nicht nur das Verhältnis der Geschlechter weiter verändert, die Kluft zwischen Stadt und Land vertieft, den Abstand zwischen Armen und Reichen noch vergrössert. Sondern dass der chinesische Männerüberhang bereits heute die Kriminalitätsraten hochtreibt und dass er letztlich sogar die Aussenpolitik des Staates beeinflusst. Staaten mit deutlich mehr Männern als Frauen treten oft autoritär und gewaltbereit auf, lautet die These, die Regierungen vergrössern ihre Armeen und beschliessen Militäreinsätze, so schaffen sie Jobs und verhindern, dass Massen frustrierter Singles im eigenen Land Unruhe stiften. Wie Mitte des 19. Jahrhunderts, als im Norden Chinas eine Armee aus jungen Unverheirateten die herrschende Qing-Dynastie zu stürzen versuchte, damals kamen dort auf 100 Frauen 129 Männer, ein kleineres Ungleichgewicht als heute auf Hainan. Und die Insel ist ein Stützpunkt der chinesischen Marine. Einige Beobachter deuten Chinas expansives Verhalten im Südchinesischen Meer als Anzeichen für eine von Männerüberhang getriebene Politik.

Wang Ren Hu, der Bürgermeister von Po Cun, muss sich wegen der einsamen Männer schon heute mit handfesten Problemen herumschlagen. «Sie hängen nur rum, arbeiten kaum, trinken zu viel», sagt Wang. Vor einigen Wochen berichtete eine Zeitung aus Hainans Hauptstadt Haikou über sein «Kahle Äste»-Dorf. «Am Morgen, als der Artikel erschien, bekam ich einen Anruf, ein hoher Parteigenosse aus Lingshui war dran. ‹Tu was, Wang!›, brüllte er. ‹Das ist schlecht für das Image meines Landkreises!›» Bürgermeister Wang haut die Sense durchs hohe Gras, er arbeitet heute zu Hause auf dem Hof, ab und zu klingelt sein kleines Plastiktelefon. «Wir mussten etwas tun», sagt er.

So kam der Bürgermeister auf die Idee mit dem Treffen auf dem Marktplatz. Er setzte sich auf sein Mofa und klapperte die Dörfer im Landkreis nach unverheirateten Frauen ab. Junge, alte, hübsche, hässliche, dumme, schlaue, geschiedene, verwitwete, ganz egal. Die Bürgermeister-Frau buk zwei Tage lang Kokosnusskekse, an einem Sonntagmorgen fuhren drei Busse durch die Dörfer und sammelten die Frauen ein. «Auf dem Marktplatz hatten wir Tische aufgebaut und eine Musikanlage», erzählt Wang. «Vier, nein, sogar fünf Paare haben sich an dem Tag gefunden, alle wollen heiraten, das ist eine gute Erfolgsbilanz. In zwei Wochen ist ein Feiertag, da werden wir wieder eine Kennenlernveranstaltung organisieren.» Wann hat das Dorf zuletzt eine Hochzeit gefeiert, Bürgermeister Wang? Er kratzt sich an der linken Augenbraue. «Das muss ich in den Gemeindebüchern nachschauen. Ist schon viele Jahre her.»

Es gibt einen Lagebericht der Provinzregierung von Hainan, darin steht ein unbürokratischer Satz: «Die Dörfer der Insel sind von der Liebe vergessene Ecken.» Während Bürgermeister Wang hofft, dass sich durch das Dorf-Speeddating die Lage in seiner Ecke ändert, geben sich knapp hundert Kilometer entfernt an der Südküste von Hainan tagtäglich Dutzende Paare vor einer Traumkulisse das Jawort. Die Touristenstadt Sanya hat eine besondere Art des Tourismus aufgebaut: die Hochzeitsindustrie.

An einem einsamen Strand stehen eine bildschöne junge Frau und ein junger, attraktiver Mann, sie schauen sich in die Augen, der Wind bauscht ihr weisses, langes Kleid, er trägt einen weissen Anzug. Die Wellen rauschen, von irgendwo kommt leise Geigenmusik, wie ein glühender Feuerball versinkt die Sonne im Meer. Solche Hochzeitsszenen spielen die Hauptrolle in den Werbevideos der Hotels in Sanya. Ob romantisch zu zweit oder eine Feier für tausende Gäste, in Sachen Heiraten bietet die Stadt das volle Programm, um die Wünsche der Hochzeitsgäste kümmern sich sogenannte Romantologen. Angesagt ist Sanya auch bei Junggesellen. Die reichsten Single-Männer aus ganz China fliegen zu regelmässigen Verkuppel-Veranstaltungen ein, um sich aus den hübschesten Single-Frauen des ganzen Landes – von Ehe-­Agenturen akribisch ausgewählt – die perfekte Partnerin und Mutter ihrer Kinder auszusuchen. Jedes Jahr im Dezember legen sie in Sanya noch einen drauf: Zum Internationalen Hochzeitsfestival reisen Tausende Paare an, um sich im «Das Ende der Erde»-Park öffentlich ewige Liebe zu schwören.

An einem anderen Tag bei den Zhous. Chuan hat Frühstück gemacht, jetzt hockt er am Fluss, wartet, dass was anbeisst. Im hellbraunen Wasser ploppt eine Blase auf, Chuans Angelschnur zittert, er zieht, die Schnur spannt, Chuan zerrt. Am Haken zappelt ein grau-­grüner Fisch, pockige Haut, gross wie eine fette Forelle. Chuan grinst, an seinen Augen fächern sich Lachfältchen auf, er löst den Fisch vom Haken, schmeisst ihn in den Eimer, der Fisch zuckt, schnappt nach Luft. Chuan steckt einen frischen Köder an den Haken, wirft die Angel wieder aus. Chuan hockt sich ins Gras, schaut aufs Wasser, der Fisch im Eimer regt sich nicht mehr. – Chuan, wann bist du glücklich? – «Glücklich?», fragt Chuan, sein Blick ist undefinierbar. Der Übersetzer wiederholt die Frage. Chuan dreht sich um, schaut auf den Fluss.

Wen, Lian und Yong liegen in den Hängematten, die Hemden haben sie auf die Brust hochgerollt, ihre Fussnägel sind braunschwarz, die Haare strähnig. Yong raucht, Wen füllt Lottoscheine aus, Lian döst. Das Radio plärrt, der Hund schnappt nach einer Fliege. Auf dem Hof stolziert der Hahn hin und her, Hennen und Küken baden im Staub. Wen gähnt, Yong raucht, Lian schläft. Die Stunden vergehen wie Tage.

Die hainanesische Zeitung, die über Po Cuns «kahle Äste» berichtete, stellte neben den Artikel Verhaltenstipps für Junggesellen. «Regel Nummer eins: Bei Rot über die Ampel fahren, in der Karaoke-Bar singen – sei mutig! Mädchen lieben mutige Männer. Regel Nummer zwei: Achte auf dich! Kämme die Haare, zieh frische Socken an, wechsel dein Hemd – täglich! Regel Nummer drei: Sei witzig und schlagfertig! Trainiere vor dem Fernseher: Schalte den Ton ab und kommentiere die Show. Regel Nummer vier: Sei grosszügig! Auch teure Geschenke lohnen sich, dein Mädchen wird es dir danken. Regel Nummer fünf: Lächeln! Übe dein Lächeln vor dem Spiegel. Auch wenn dich eine Frau abweist, lass dir nichts anmerken, zeige ein Lächeln!»

Der Übersetzer zeigt Wen, wie eine Flirt-App auf dem Smartphone funktioniert, die beiden flüstern und lachen. Porzellanteint, rote Lippen, seidige Haare, zarte Körper in dünnen Kleidchen. Wen wischt sich durch die Fotos der Frauen, streicht behutsam über das Gerät, so ein modernes Telefon hat im Dorf niemand. – Wen, welche ist deine Traumfrau? – «Ach, das Aussehen ist egal. Hauptsache eine Frau. Einfach irgendeine Frau.» – «Wir sind zu arm», sagt Lian. «Ein Mann braucht ein eigenes Haus, ohne eigenes Haus heiratet dich keine Frau.» Wen will wissen, was Indien auf Englisch heisst. – Wie kommst du auf Indien, Wen? – «Die Frauen in Indien haben dunkle Haut, die brauchen keinen schönen Städter, die nehmen auch einen Fruchtpflücker.» – Wie willst du nach Indien kommen, Wen? – Wen sortiert seine Lottoscheine, schweigt. Schwarze Wolken ziehen auf, in der Ferne ein Donnergrollen, der rotblonde Hund legt dem schweigsamen Yong die Schnauze aufs Bein. «Ich will heiraten und ich will Kinder», sagt Yong plötzlich, seine Stimme ist rauh und sehr laut. Der Hund hüpft zur Seite, alle schauen Yong an. «Ein Mann ohne Kinder», murmelt er, «der ist doch kein Mann.»

Die Brüder fassen einen Plan. Runter ins Dorf fahren heisst ihr Plan, bisschen spielen, bisschen Bier trinken. Onkel Chuan will zu Hause bleiben. «Ich muss endlich waschen.» Er stopft ein Bündel Klamotten in einen Eimer, stellt ihn unter den Wasserhahn am Küchenhaus, dreht den Hahn auf, schüttet Waschpulver hinein. Dann geht er ins Wohnzimmer, legt sich aufs Sofa und schaltet den Fernseher ein, irgendwas über zwei zerstrittene Familien.

Vor dem einzigen Imbiss in Po Cun, morgens Nudelsuppe, mittags und abends auch, sitzen Wen, Lian, Yong und der kleine Chuan mit anderen Männern an einem langen Tisch, vier spielen ein Brettspiel, alle trinken Schnaps. Zwei der Männer sind ein Vater und sein Sohn, Weng Xiao und Weng Xu, 57 und 34, gross und schlank, exakter Haarschnitt, der Vater trägt ein weisses Leinenhemd, der Sohn ein rotes Poloshirt. Vor fünf Jahren hat er geheiratet, seine Frau ist eine Klassenkameradin, die beiden kennen sich, seit sie Kinder sind. Fünf Jahre alt ist auch die Tochter der beiden, Jiang.

«Mädchen sind besser als Jungen», sagt Xu. «Ein Junge kostet dich heutzutage viel mehr als ein Mädchen, weil es weniger Mädchen gibt und die Brautpreise stark gestiegen sind. Eltern eines Mädchens verlangen mittlerweile das Zigfache des Jahreseinkommens eines Bauern. Familien sparen über Jahre, damit ihr Sohn eine Frau bekommt, manche hier im Dorf sind hoch verschuldet. Viele bauen sogar für die künftige Familie ihres Sohnes ein Haus, wenn der Sohn gerade in die Schule kommt. Was natürlich völlig sinnlos ist, die Mädchen wollen sowieso in die Stadt, weil sie da eine bessere Partie finden.» Xu lacht, trinkt einen Schluck Bier. «Für uns Eltern ist es auch gut, wenn die Tochter einen guten Beruf hat, dann kann sie uns unterstützen.» – Ein Mädchen grossziehen, das ist kein verschüttetes Wasser, sagt Xu. «Ein Mädchen ist heute eine goldene Schildkröte. Aber das nächste Kind», sagt er, «das wird hoffentlich ein Junge, sonst stirbt unsere Familie eines Tages aus.»

Die Zhou-Brüder wollen jetzt um Geld spielen, Vater und Sohn Weng wollen nach Hause. Wen, Lian, der schweigsame Yong und der kleine Chuan spielen weiter, bis die Schnapsflasche leer ist, jeder trinkt noch zwei grosse Biere, sie streiten darüber, wer wen betrogen und wer daher überhaupt gewonnen hat, ihre Stimmen überschlagen sich. «Schluss für heute», sagt irgendwann der Wirt, sammelt die leeren Flaschen ein und klappt das Brettspiel zusammen.

Als die Sonne zwischen den Mangobäumen hinter dem Haus untergeht, lässt sich Chuan hustend auf sein Bett fallen, kickt die Schlappen in die Ecke, Sekunden später schnarcht er. Die Zeiger des kleinen Blechweckers im Fenstersims stehen auf halb acht.

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