Den Präfekten im Nacken

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Rastlos driftet Klaus Knoll durchs Leben. Bis er realisiert, was in seiner Kindheit wirklich geschah.

Klaus Knoll

Mit einem Jahr entwickle ich einen Schatten auf der Lunge. Oder mit einem halben. Vielleicht auch mit achtzehn Monaten. Die Mutter kann sich vor lauter Schuldgefühl nicht mehr erinnern, weiss nur noch, dass ich dort sprechen lerne, dass ich sie mit Schwester anrede, als ich ein halbes Jahr später vom Kinderspital nach Hause komm. Die Tuberkulose, die bei mir bloss eine Andeutung ist, hat der Vater aus dem Krieg mitgebracht. Schuld sind die Amis, die ihm Grassuppe gegeben haben statt Essen. Der Mutter nimmt er auf dem Totenbett das Versprechen ab, dass sie mich zu den Jesuiten gibt, damit aus dem Buben was wird.

 

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