Der Humanist Paul Mason im Gespräch

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Paul Mason, 60, ist ein britischer TV-Journalist, Buchautor und linker Aktivist. Seine wichtigsten Bücher sind Postkapitalismus. Grundrisse iner kommenden Ökonomie (2018) und Klare, lichte Zukunt. Eine radikale Verteidigung des Humanismus (2019). Im März 2020 erhielt er den Erich-Fromm-Preis für seine radikale Gesellschaftskritik und sein leidenschaftliches Engagement für den Humanismus.

Raffaela Angstmann und Daniel Puntas Bernet

Reportagen: Die Verfechter eines freien Marktes fordern nun staatlichen Schutz für die Produktion lebenswichtiger Güter. Das muss in den Ohren eines Altlinken wie Musik klingen.

Paul Mason: Nun, was sich tatsächlich gut anhört, ist die Tatsache, dass in dieser Krise, anders als 2008, die Finanzelite endlich zu begreifen beginnt, dass das derzeitige Modell nicht funktioniert. Aber Achtung, ich bin kein grosser Befürworter staatlicher Planung und Kontrolle. Wir erleben gerade, wie der Staat auf mehrere kritische Arten in die Wirtschaft eingreift.

 

Was bedeutet das für das System als Ganzes?

Das zeigt, dass der Markt eben nicht alles korrigiert. Auf einmal sind auch all die Neoliberalisten bedenkenlos dazu bereit, Zentralbankgeld, also geliehenes Geld, in die Krisenbewältigung zu werfen, um die Maschine am Laufen zu halten. Doch das Nächste, was wir erleben werden, ist, dass Staaten die Kontrolle über einzelne Sektoren der Wirtschaft übernehmen.

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