Emmental 1837

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Die Historische Reportage.

Jeremias Gotthelf

Das Jahr 1837 wird vielen Menschen unvergesslich bleiben, die nicht ihren Träumen oder ihren Sünden allein leben, die einen offenen Sinn haben für die Stimme Gottes, welche zu uns redet in Schnee und Sonne, bei heiterem Himmel und im Dunkel der Gewitternacht.

Es war ein merkwürdiges Jahr, aber ein banges, angstvolles für Tausende; wohl ihnen, wenn diese Angst jetzt ihre Frucht trägt, ein gläubiges Vertrauen!

Der Winter, welcher bereits im Oktober 1836 angefangen, den 1. November eilf (elf) Grad Kälte gebracht hatte, wollte nie aufhören, der Frühling nie kommen. Am Ostersonntag den 26. März fuhren viele Herren lustig Schlitten. Während es lustig ging auf den breiten Strassen, konnte auch manch arm Mütterchen nicht an den auferstandenen Herrn denken. Es hatte kein Holz mehr, die zitternden Glieder zu wärmen; die Kälte drang ihm durch die gebrechlichen Kleider bis ans Herz hinan. Es musste hinaus in den schneeichten, kalten Wald, einige Reiser zu suchen, oder musste den schlotternden Körper zusammendrücken in eine Ecke, in den eigenen Gliedern noch irgendwo nach einem Restchen Wärme spürend. Wenn diese frierenden Mütterchen den Zehnten gehabt hätten von dem an selbem Tage zum Überfluss getrunknen Wein, wie glücklich hätten sie am Abend ihre erwärmten Herzen ins Bett gelegt!

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