Francesca Mannocchi im Gespräch

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Francesca Mannocchi, Autorin von «Komplizin in Jemen», im Gespräch mit Esther Göbel.

Esther Göbel

Reportagen: In den westlichen Medien liest oder hört man nicht besonders viel von dem bewaffneten Konflikt in Jemen; manche Stimmen sprechen gar von einem «stillen Krieg». Warum ist das so?

Francesca Mannocchi: Es ist schwierig, überhaupt als Reporterin oder Reporter in Jemen reinzukommen. Die offizielle jemenitische Regierung sitzt im Süden des Landes, in Aden, aber die humanitäre Kata-strophe spielt sich vor allem im Norden ab, wo die Huthi-Rebellen sitzen – natürlich hat die Regierung kein grosses Interesse daran, Visa auszustellen, so dass man dann aus feindlichem Gebiet berichtet. Ein anderer Grund: Jemen ist – ähnlich wie der Irak, Syrien oder momentan Libyen – Schauplatz eines internationalen Stellvertreterkrieges geworden. Ausländische Kräfte dominieren den Konflikt. Europäische Länder vertreten verschiedene Interessen in der gesamten Region, es fehlt eine gemeinsame Position. Die Unübersichtlichkeit führt zu medialem Desinteresse.

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