Gazprom heizt ein

Noch jagen und sammeln sie in Teriberka. Doch das russische Dörflein wird bald zur Gasmetropole der Welt.

Urs Mannhart

Sie hackt Zwiebeln, raffelt Rote Bete, setzt Wasser auf für die Kartoffeln. Als alles im Topf ist, was Gemüse zu einem Borschtsch macht, schmeisst Jelena die Küchenabfälle aus dem Fenster in den harten, von heftigen Winden geformten Schnee, setzt sich ins Wohnzimmer, nimmt die schwere Brust aus dem Unterhemd und stillt ihren Sohn. Ihre Hand behütend auf der kleinen Stirn, bangt Jelena um dessen Gesundheit: Ein Fieber plagt ihn, er weint oft. Seit die Tochter im Alter von zehn Monaten gestorben ist, ist das Vertrauen Jelenas in die Ärzte zerstört.
Das Licht eines späten Vormittags flutet durch die Vorhänge, beleuchtet den Salontisch, holt einen kitschigen Glanz aus dem überfüllten Aschenbecher und veredelt die goldene Etikette der Bierflasche. Mitte März ist es, die Schneeschmelze noch weit entfernt, und auf dem Sofa neben dem an der Brust herumschmatzenden Kleinen, in dessen Augen eine eigene Welt erblüht, schläft der kräftige, schnauzbärtige Wladimir Wladimirowitsch, Jelenas Mann; nach Bier riecht er und nach Kohle. Mit der gleichmässig gefurchten Stirn und der breiten Nase ähnelt er Jean-Paul Belmondo, im Dorf sagen sie ihm Wolodja. Sein Schnarchen bekräftigt die meditativ durchwirkte Atmosphäre der TV-Doku «Fischen und Jagen», Wladimirs Lieblingssendung. Obwohl sie wenig hält von Sendungen, die Männer beim Fischen, das heisst beim Warten und Nichtstun zeigen, lässt Jelena den alten, seine beiden Antennen insektenhaft in die Wohnstube streckenden Apparat laufen. Sie will nicht, dass Wolodja erwacht, nur weil das Rauschen jenes Baches endet, der durch den Fernseher fliesst. Ausserdem ist es Wolodja gewohnt, mit Lärm zu schlafen, denn Wolodja arbeitet im Boiler, manchmal tags-, manchmal nachtsüber, schaufelt Kohle im schwarzen Herzen des Dorfes, wo jenes Heisswasser hergestellt wird, welches − gepumpt durch ein weitverzweigtes System vergrabener Rohrleitungen − fast das ganze Dorf beheizt. Weil der andere Dorfheizer ausgefallen ist, kam Wolodja nicht gestern nach zwölf, sondern erst heute nach Hause, nach vierundzwanzig Stunden Arbeit.
Auf Radio Rossija, dem traditionsreichen Staatssender, dessen Programm dank einem kleinen, auf dem Geschirrschrank stehenden Kästchen in die Küche gelangt, grüsst eine Gefängnisinsassin ihren ebenfalls einsitzenden Ehemann mit dem Versprechen, auf ihn zu warten, auch wenn es noch eine Weile dauern könnte.
Angelockt von den Küchenabfällen, flattern vier Tauben durch die auch in kalten Monaten offen stehende Fensterluke, setzen sich auf Stuhllehnen, auf den Tisch und das Gewürzregal und führen dort wie so oft ihr Gegurre und Gezeter auf. Den fiebrigen Dmitrij an der Brust, geht Jelena zurück in die Küche, um den getrockneten Fisch vor den gierigen Schnäbeln der ungeladenen Delegation zu schützen. Auch heute fehlt im Verband der Tauben jene mit dem blitzweissen Federkleid, fehlt jenes ungewöhnliche Tier, das mit der Geburt Aleksandras aufgetaucht und mit ihrem Tod wieder verschwunden ist.
Auf dem Küchentisch liegen unbezahlte Rechungen, eine zerknitterte Schachtel Arktika, ein Mahnschreiben des Elektrizitätswerks, die Bescheinigung der Arbeitslosenkasse – nichts, das keinen Taubenkot verdiente, wie sie sagt, aber Jelena vertreibt die aufgeregt flatternde Schar, legt zwei Holzscheite in den Ofen, rührt im Borschtsch und schaut aus dem Fenster.

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Ihr Blick zielt nordwärts, am Friedhof und an der neuen, komplett leeren Strasse vorbei hinaus aufs Meer und hin zu jenem Ort, wo, wie manche glauben, demnächst eine goldene Zukunft aus dem Wasser steigen wird. Denn 550 Kilometer nördlich von Jelenas Küche liegt etwas unter dem Meeresboden, das eine ganze Kompanie von Ingenieuren, Geologen, Geschäftsleuten, Tauchern und Politikern seit Jahren schon beschäftigt: Das Shtokman-Gasfeld. Mit einem auf 3,8 Milliarden Kubikmeter geschätzten Volumen handelt es sich um eines der weltgrössten noch unberührten Erdgasfelder. 3,8 Milliarden Kubikmeter: Nimmt man die Schweiz als Grundfläche, so legt dieses Volumen eine 92 Meter dicke Decke über das Land. Damit handelt es sich um einen grossen Trumpf in der Hand des russischen Erdgasmonopolisten Gazprom, und die breite Strasse, gebaut letzten Sommer von vielen Dutzend Arbeitern, ist erst der Anfang eines gigantischen Bauvorhabens. 18 000 Arbeiter sollen im kommenden Jahr draussen im Meer eine schwimmende Bohrinsel und hier im winzigen Dorf die notwendigen, mit 15 Milliarden Dollar budgetierten Hafeneinrichtungen und Industrieanlagen bauen, in welchen das Erdgas des Shtokman-Feldes bald schon verarbeitet, gereinigt, gekühlt, verflüssigt und verschifft oder aber unter Druck gesetzt und hernach per Pipeline nach Westeuropa gepumpt werden soll − ein Industriegebiet, auf dem Arbeit für mindestens 800 Menschen anfallen wird. Neue Strassen sollen gebaut, zwei Dutzend Wohnblöcke für Arbeiter und ihre Familien errichtet, das Dorf endlich mit einer Tankstelle, einem Freizeitpark, einem Einkaufszentrum mit Kino und einem Schwimmbad versorgt werden; eine Perspektive, die unter der einheimischen, ökonomisch wenig verwöhnten Bevölkerung oder zumindest unter jungen Arbeitslosen so etwas wie einen Goldrausch auslösen könnte − aber die meisten Teriberkaner stehen dem Vorhaben skeptisch gegenüber.

Teriberkaner? Ein eigener Menschenschlag beinahe, jedenfalls ein ureigenes Dorf, dieses Teriberka. Das erklärt sich teilweise aus geografischen Umständen: Wäre die Erde flach wie ein Pfannkuchen und die Luft klar wie Wodka, so könnte die arbeitslose, 38-jährige Jelena mit einem Blick aus dem Küchenfenster nicht nur die felsige Murman-Küste und das bewegte, schwarzglänzende Meer, sondern auch den eisbergverzierten Nordpol sehen. Oder immerhin erahnen. Denn Teriberka, jenes kleine, gänzlich baumlose, im Winter unter Schneemassen fast vollständig begrabene Dorf liegt 300 Kilometer nördlich des Polarkreises, in der nordwestlichsten Ecke Russlands. Wer im Winter nach Teriberka reisen will − und Winter ist es dort oben fast immer −, sollte sich auf einiges gefasst machen. Von der nur spärlich mit Architekturpreisen beschenkten Hafenstadt Murmansk aus führt zwar eine breite, 127 Kilometer lange Strasse ins Fischerdorf. Aber es passiert oft, dass jemand, überrascht von einem Schneesturm, stecken bleibt im weissen Gestöber und dort draussen, wo es keinen Empfang gibt und keine Hilfe, eine Nacht verbringt mit seinem Auto, der Kälte und mit sich. Kein einziger Wald, kein magerer Hain bietet Schutz; ungehindert pusten stürmische Winde den oft staubtrockenen Schnee über die vereisten Hügel der Tundra. An Tagen ungemütlicher Witterung sprechen sich Teriberkaner untereinander ab, verhandeln die Sitzplätze ihrer Ladas, tauschen Tankfüllungen aus, packen Schweinefett, getrockneten Fisch, Wodka und Salzgurken ein, um schliesslich, dicht gereiht hinter einem kräftigen, mit einer Schneefräse einen kotflügelschmalen Korridor schaffenden Traktor eine auch im Tempo einer dünenquerenden Kamelherde nicht unähnliche Karawane zu bilden. Ein derartiger Ausflug nach 
Murmansk und zurück − oft unaufschiebbar, weil Medikamente oder Benzin ausgegangen sind − dauert drei Tage.

Es ist nicht die Abgeschiedenheit allein, die das teriberkanische Leben beschwerlich und entbehrungsreich macht. Eher noch ist es die wirtschaftliche Situation, und diesbezüglich unterscheidet sich die jüngere Geschichte Teriberkas kaum von anderen peripher gelegenen Siedlungen Russlands: Wohnten vor fünfzig Jahren noch 1200 Menschen in Teriberka, so sind es heute nur noch 320, in der Jahresstatistik stehen fünf Geburten fünfzehn Todesfällen gegenüber, nirgends herrscht so viel Gedränge wie auf dem Friedhof.
Der Niedergang dieser seit fünfhundert Jahren als Fischerdorf bestehenden Siedlung begann in den sechziger Jahren und kennt zahlreiche Facetten. Eine prominente Rolle spielt dabei die Fischerei: Als die russischen Werften grosse und grössere Fischerboote bauten, welche dem Wellengang der offenen See gewachsen waren, als in Murmansk eine mächtige Fischfabrik ihre Arbeit aufnahm, wurde deutlich, dass Teriberka, dessen Bucht ungeeignet ist, grosse Schiffe zu empfangen, das Nachsehen haben würde. Als die von fast allen Teriberkanern auch heute noch hochgelobte Sowjetunion unterging, versank mit ihr auch das staatlich gestützte Gewerbe im Dorf. Veränderte Fischereigesetze und regionalpolitische Wandlungen führten schliesslich dazu, dass ein Teriberkaner heutzutage mit seinem Fang nach dem weit entfernten Murmansk fahren müsste, um seinen Fisch zu prüfen − wer heute in Teriberka fischen geht, verzichtet meist auf diese bis ins letzte Detail durchbürokratisierte Kafkaeske und fischt illegal. Ein einziger Polizist amtiert im Dorf, und den kümmert’s wenig.
Arbeitslos, bürokratisch schikaniert und ohne Aussichten auf eine bessere Zukunft liessen mehr und mehr Menschen das Dorf am Rand des Kontinents hinter sich. Zurück blieben leere, ausgeweidete Häuser, ungeteerte Strassen, Müllhaufen und ein kleiner, unübertrefflich schwermütiger Hafen, ein Schiffsfriedhof eigentlich, angereichert mit den kantigen Wracks einiger Ladas und den Gliedern zer-stückelter Schneemobile. Nach einem Café, einer Bar, nach einem Restaurant erkundigt man sich hier vergeblich, junge Leute sind längst nach Murmansk oder St. Petersburg gezogen. Von den 52 Gebäuden, die noch bewohnt sind, gelten 39 offiziell als ungeeigneter Wohnraum, viele Männer Teriberkas gehen keiner Arbeit, sondern dem Wodka nach.

«Teriberka ist am Ende», sagt Iwan Iljitsch Lyschenko. 71-jährig, gross, hager und ruhig sitzt er im kleinen Untersuchungszimmer der Poliklinik; neben ihm befindet sich ein grobschlächtiger Gebärstuhl, bedeckt von Staub und Kartonkisten. Lyschenko, der einzige Arzt in diesem Landstrich, hat sein ganzes Berufsleben hier verbracht; er schwärmt von der alten Union, davon, wie schön das Leben zu kommunistischen Zeiten gewesen sei.
Alles, was die Zukunft betrifft, scheint ihm abhängig von Gazprom. «Das Einzige, was dieses Dorf noch retten kann, ist das Shtokman-Projekt», sagt Lyschenko. Denn in Teriberka würden mangels Arbeit nicht nur die Männer, sondern auch die Frauen trinken, fügt er an, Frauen wie Jelena, Mütter. Mühelos seine Schweigepflicht übergehend erzählt Lyschenko, Jelena habe – nicht anders als andere Frauen im Dorf – auch während der Schwangerschaft getrunken, all seinen Mahnungen zum Trotz. Ein Zusammenhang zwischen dem Herzfehler der Tochter und dem Trinken Jelenas sei zwar nicht zwingend, aber auch nicht unwahrscheinlich; jedenfalls mache diese Geschichte das Leben der beiden nicht einfacher.
Einfach ist Wolodjas und Jelenas Leben tatsächlich nicht. Das zeigt sich an finanziellen Problemen, und das zeigt sich an der Arbeit Wolodjas. Am liebsten würde der charismatische, einen seelöwenartigen Schnauzbart tragende Dorfheizer tagelang in der Tundra sitzen, würde es sich bei minus zwanzig Grad gemütlich machen, hin und wieder ein Loch ins Eis bohren und abends sein Tagewerk verspeisen. Aber Wolodja steht im Boiler, steht in schmutzigen Arbeitskleidern in einem schwarzgrauen, lärmigen, gut temperierten Raum, in dem vierundzwanzig Stunden am Tag eine üble Luft zirkuliert: Wer hier den Mund aufmacht, bekommt schlagartig das Gefühl, er rauche ein Paket Zigaretten aufs Mal. Vier zweieinhalb Meter hohe Öfen bilden den Kern des Boilers, über ihnen verästeln sich defekte und undefekte Rohrleitungen, Wärmedämmung gibt’s keine.

Wie alle Dorfheizer Teriberkas arbeitet Wolodja alleine, eine Nachtschicht diesmal, von acht bis acht. Eine Zigarette klebt er sich unter den Schnauzbart, dicke Handschuhe streift er über, dann öffnet er schwungvoll die Luke des ersten Ofens, äugt skeptisch in den ausgedehnten Teppich aus Glut, in den horrend heissen Feuerraum, der gross genug wäre, einen Sarg aufzunehmen, dann hustet er, spuckt zu Boden und sticht mit der Schaufel ein erstes Mal in den schwarzglänzenden Kohlehaufen. Während er in kraftvollen Bewegungen dem Feuer neue Nahrung zuführt, wirbelt schwarzer Staub auf, bleibt haften auf Wolodjas schweissnasser Stirn, bleibt haften in Wolodjas Nase, auf Wolodjas Zunge; er spuckt und nimmt einen Schluck Bier, spült es weg, das hässliche Gefühl. Cooler heisst dieses Bier, genau das richtige für einen, dem eine derartige Gluthitze ins Gesicht schlägt. Zweiundzwanzig Tonnen Kohle werden hier wöchentlich verheizt, um die Wohnungen Teriberkas zu wärmen, wobei die Häuser, die in den siebziger Jahren gebaut worden sind − zum Beispiel jenes, in dem Jelena und Wolodja wohnen − keinen Anschluss erhalten haben an die Annehmlichkeiten dieses rustikalen Fernwärmenetzes.
Nach einer Viertelstunde sind die zwei noch funktionstüchtigen Öfen beheizt, Wolodja stellt die Schaufel hin, raucht eine, leert das Bier und hockt sich in den Verschlag, der gleich bei Ofen eins eingerichtet ist, eine fensterlose, toilettenkleine Kammer, in der Wolodja Pause machen kann. Ein Tisch, eine Holzbank, ein hinter einem Stromkabel an die Wand geklemmter Suppenlöffel, alles erhellt von 40 Watt. Unter der Holzbank fünf Cooler und ein schüchterner, kohleschwarzer Hund, der ihm Gesellschaft leistet. Mit einem Ohr beim Lärm der Öfen, deren Betrieb er zu überwachen hat, verbringt Dorfheizer Wolodja in diesem Verschlag lange Stunden. Fern schaut er, Krimis meist, eben jetzt verfolgt er die Flucht einer Schönen, die einem fiesen Typen entkommen will, dann öffnet er ein Bier, entrollt ein Cellophanpapier mit den Spänen eines getrockneten Fischs, bietet sie zur Degustation und erzählt. Vom Fischen, vom Schneemobil seines Bruders, vom alten, vergangenen Sommer in Murmansk für 20 000 Rubel gekauften Lada und von seiner Liebe für Tochter Aleksandra, die, fünf Monate vor ihrem Tod, im 2000 Kilometer entfernten Moskau eine Herzoperation über sich habe ergehen lassen müssen – und Wolodja erwähnt seine Angst, auch den fiebernden Dmitrij zu verlieren, weil der Dorfarzt keine Ahnung habe von Medizin und weil man ohne seine Einwilligung nicht nach Murmansk in ein richtiges Spital fahren dürfe.
Ewig lange noch erzählt Wolodja aus seinem Leben, trinkt Bier dazu, raucht, trinkt Bier und erzählt − so lange, bis die Fernsehgeschichten von den eigenen kaum mehr zu unterscheiden sind. Irgendwann später in jener Nacht wird Wolodja einnicken, wird, die leeren Cooler, den Hund unter der Bank und drei Heizungsrohre im Rücken, an denen sich das Resultat seiner Arbeit auch im Schlaf bemessen lässt, auf dem harten Holz sein Schnarchen hören und sich drei Stunden später vom Radiowecker aus dem Schlaf holen lassen, weil er Kohle schaufeln muss. Kohle, um die Wohnungen Teriberkas warm zu halten, Kohle schaufeln, damit Ende Monat wenigstens 12 000 Rubel verdient sind.

Der Alltag jener beiden unbekannten Männer, die vor vier Jahren nach Teriberka gekommen sind, ist von derartigen Arbeitsbedingungen wohl weit entfernt. Nicht mit klapprigen Ladas kamen sie angefahren, sondern mit grossen, komfortablen Autos. Städtisch gekleidet waren sie und meldeten mit glänzenden Krawatten auf dem Gemeindebüro ihr Interesse an, weit hinten im Dorf Land zu kaufen. Die Gemeinde Teriberka erstreckt sich über ein beachtliches Gebiet, aber hinter dem Friedhof gibt es nichts, hinter dem Friedhof hat noch nie jemand gewohnt. «Es ist nicht erschlossen», sagt man ihnen auf der Gemeinde. «Das ist Tundra, kein Bauland. Geeignet allenfalls für Rentiere.» Tundra oder nicht, das kümmert die beiden Männer wenig. Sie kaufen das Land zu einem günstigen Preis, versenken die teuren Kugelschreiber in der Brusttasche und lassen das Dorf hinter sich. Versammelt vor dem Dorfladen standen ein paar Teriberkaner; ob derartigem Spuk schüttelten sie den Kopf. «Gazprom», vermutete einer. Die anderen zuckten die Schultern, denn Gazprom heisst in Teriberka fast alles, was von aussen kommt.
Diskutierend standen die Männer damals vor dem Dorfladen, dem unscheinbaren Produkti, und nicht anders stehen sie auch an diesem Vormittag. Die Augen des Windes wegen verkniffen, besprechen sie in jenem heimlichen Dorfzentrum die neue Strasse, die beim Friedhof beginnt und durch Felsen hindurch in die Tundra, ins Nichts führt, besprechen all die Baumaschinen und Arbeiter, die letzten August, gemeinsam mit dem Sommer, spurlos verschwunden sind.
«Die Strasse sieht aus wie ein Irrtum», sagt einer. «Wie eine Landebahn für Putin», sagt ein anderer, dann lachen sie. Auch über die ozeanblauen Baracken der Geologen, die, so erzählt man sich, ins Dorf gekommen sind, um in der Tundra Probebohrungen vorzunehmen, wird bloss gewitzelt. Man sieht ja, dass die nichts arbeiten, dass niemand vorwärts macht.
Nun geht ein Bärtiger auf den Produkti zu, öffnet die schwere, knarrende Metalltür, betritt die Wärme, schiebt die Fellmütze aus der Stirn, schaut absichtslos den wenigen Regalen entlang, als habe er vergessen, was seinem Haushalt fehlt, dann endlich räuspert er sich, zieht Rotz hoch und fragt nach Wodka. «Erst um elf», sagt die Verkäuferin mit einem festen Blick auf die Uhr. Sie trägt Uniform und das Gesicht einer Unbestechlichen. Tatsächlich ist der Produkti, der grössere der beiden Läden Teriberkas, zwischen 9 und 23 Uhr geöffnet, legal darf Wodka aber nur zwischen 11 und 21 Uhr verkauft werden. Mit sanfter Stimme lässt der Mann einen groben Fluch hören, schiebt die Mütze zurecht, wuchtet die Schulter gegen die schwere Tür, kommt wieder nach draussen, versenkt die Hände in den Hosentaschen, streckt die lange Nase in den Wind und schickt sich an zu warten, bis die Zeit gereift ist. Zeit aber ist von schwerfälliger Natur in diesem Dorf, und würden nicht polarfuchsähnlich zwei, drei Hunde durchs tief verschneite Zentrum stromern, es gäbe auf der Strasse vor dem Produkti nicht viel zu beobachten – nach einer lange sich hinziehenden Weile einen Mann vielleicht, der sich, gehüllt in eine knallorange Arbeitsjacke, dem Produkti nähert, einen Mann, der Brot kaufen will, einen Artikel, der nur einmal die Woche frisch zu haben ist. Auf der Veranda hält der Mann inne und bietet jenem, der noch immer enttäuscht ist über die sture Verkäuferin, eine Arktika an. Dann stehen die beiden eine Weile rauchend beisammen, der Wodkaholiker und der andere, in einer keine Worte benötigenden Vertrautheit. In grosser Höhe zieht alsbald ein Helikopter über das Dorf hinweg; beide Männer heben den Blick. «Gazprom», sagt der Wodkaholiker. «Gazprom», sagt der andere und nickt.
Der andere heisst Roman Konik. Er arbeitet als Mechaniker für die Kolchose, den kollektiv geführten Gemeinschaftsbetrieb, der das Dorf mit Milch, Fleisch und Fisch versorgt. Auch Konik ist dem hier allgegenwärtigen Wodka nicht abgeneigt, allerdings trinkt er gemässigt. Roman ist informiert darüber, dass die hier ihre Vorbereitungen treffende Firma nicht Gazprom, sondern Shtokman Development heisst, aber er kann gut verstehen, dass sich die meisten Teriberkaner nicht mit diesen Nuancen herumschlagen wollen. Und Roman weiss, dass die Firma Shtokman, gemessen vom Zeitpunkt an, da erstmals Gas fliesst, nur während fünfundzwanzig Jahren existieren wird. So steht es in den Papieren der Gazprom-Tochter, die sich, um die der arktischen Bedingungen wegen aussergewöhnlich hohen Erschliessungskosten aufteilen zu können, in der Shtokman Development AG mit der französischen Total und der norwegischen Statoil verbunden hat. Fünfundzwanzig Jahre und dann Schluss: Ein ökonomischer Kunstgriff, mit dem sich, so Roman Konik, dereinst die Verantwortung für Umwelt und Arbeitnehmer in Luft auflösen wird. Überhaupt ist er verärgert über das giganteske Vorhaben: «Unser Dorf braucht kein derartiges Projekt, wir brauchen eine gerechte Wirtschaft, brauchen die Natur. Wir sollten Fische fangen, Beeren pflücken und kleine Schiffe reparieren. Aber Shtokman sieht nur das Geld und wird unsere Natur zerstören.» Wenn er sich vorstellt, dass nächstes Jahr tatsächlich 18 000 Arbeiter nach Teriberka strömen könnten, lässt Roman einen schweren Seufzer hören.
Dass das Sammeln von Beeren in der Tundra rings um Teriberka nicht einfach ein schöner Zeitvertreib, sondern eine existenzsichernde Arbeit ist, davon erzählt Aleksandar Iwanowitsch Sacharow, der sich nun zu den vor dem Produkti versammelten Männern dazugesellt. Während neuneinhalb Monaten im Jahr geht er fischen, versucht, das betagte Schneemobil wieder in Gang zu bringen oder geniesst die freie Zeit. Sommers aber, in jener für die nordische Natur Russlands intensiven, nur zweieinhalb Monate dauernden Zeit, geht Sacharow hinaus in die Tundra, um rastlos zu arbeiten: Beeren sammelt der 40-Jährige, Sumpfbrombeeren. Die verkauft er für 450 Rubel das Kilo nach Norwegen und Finnland, wo sie für Kosmetika verwendet werden. In einem guten Sommer bringt es Aleksandar auf ungefähr 90 Kilogramm, was ihm immerhin 75 000 Rubel einbringt – damit lassen sich dreieinhalb alte Ladas kaufen. Und genau dieses Beerensammelns wegen steht Sacharow, der nicht daran glaubt, dass er in der Erdgasbranche Arbeit finden wird, dem Shtokman-Projekt skeptisch gegenüber: «Auch einer, der sorgfältig durch die Tundra wandert, hinterlässt in der zarten Vegetation Fussabdrücke, die vierzig Jahre lang sichtbar bleiben. Es braucht nicht viel Phantasie, sich vorzustellen, was eine einzige Baumaschine in der Tundra alles anrichtet.» Mit seinen Bedenken steht Sacharow nicht alleine da, es gibt viele im Dorf, die so denken. Und nicht nur im Dorf: Unweltorganisationen wie Greenpeace weisen in offenen Briefen an Gazprom darauf hin, dass die Wissensbasis, auf welche die Umweltverträglichkeitsprüfung gestellt sei, nicht ausreiche, um mögliche Auswirkungen angemessen einzuschätzen. Ausserdem sei das Unfallkonzept nicht spezifisch auf die rauen arktischen Bedingungen ausgerichtet.
Dass es nicht unriskant ist, in arktischem Gewässer nach Erd¬gas zu bohren, räumt auch der ruhige Aleksandar Selin vom Shtokman-Büro in Murmansk ein, aber er betrachtet die Sache vor allem wirtschaftlich: «Wenn wir beim Shtokman-Gasfeld einen Fehler machen, wird sich dies auf alle künftigen Aktionen Russlands in der Arktis auswirken – und es schlummern dort riesige Rohstofflager.» Dieser Umstand ist unumstritten. Und weil die globale Nachfrage nach Energie weiter wächst, gibt’s für jene, die wirtschaftlich denken, keine Anreize, nicht auch in der sensiblen Natur des arktischen Meeresbodens Rohstoffe abzubauen. Es geht allerdings nicht nur um einen Abbau: Damit der Meeresboden nicht einstürzt, wenn derart grosse Mengen Erdgas abgepumpt werden, damit das Risiko für tektonische Verschiebungen und Erdbeben reduziert werden kann, wird das Gas ersetzt werden müssen durch einen Schlamm. Aus welchen Materialien sich dieser zusammensetzt, gehört seit Jahren zu den Berufsgeheimnissen global agierender Rohstofffirmen. «Sollte es Gazprom misslingen, das Gas des Shtokman-Feldes aus dem Meeresboden zu holen, entgeht Russland ein Einkommen von rund 120 Milliarden Dollar», rechnet Shtokman-CEO Aleksej Sagorowski in einer Firmenzeitung vor. Aber er gibt sich optimistisch: «Alle technischen Fragen sind geklärt», sagt er, «was wir jetzt noch brauchen, sind angemessene Steuer-erleichterungen.»
Steuererleichterungen: Ein Wort, das für Teriberka von grosser Bedeutung ist, denn die unterschiedlichen Antworten auf die Frage, welche Erleichterungen denn angemessen wären, verzögern den Baubeginn dieser grössten bisher nördlich des Polarkreises geplanten Industrieanlage seit Jahren. Und genau deswegen liegen auf den Schreibti¬schen des Shtokman-Development-Büros in Teriberka, wo zwei Frauen angestellt, aber nicht enorm beschäftigt sind, derzeit keine wichtigen Akten, sondern die bunten Versandkataloge von «La Redoute».

Ein paar Geschäfte aber benötigten keine Steuererleichterungen, und also wurden sie zügig abgewickelt: Im Herbst vor drei Jahren hat Gazprom das ganze Dorf zu einem Informationsabend eingeladen, auch um das Einverständnis der Teriberkaner einzuholen, eine riesige Fläche Tundra zum Industriegebiet umzuzonen, jenes Land eben, auf dem Shtokman Development einen ausgedehnten Hafen, diverse Pipelines und riesige Flüssig-Erdgas-Tanks bauen möchte. «Aber genau dieses Land haben doch zwei Städter gekauft!», erinnerten sich die Teriberkaner. «Zwei Typen in fetten Autos, zwei Jahre ist es her!»
Richtig. Also musste Shtokman, angewiesen auf dieses Land, die beiden Städter davon überzeugen, jene Hektaren zu veräussern. Sie waren zum Verkauf bereit – zu einem hohen Preis. Dass die beiden dank diesem Landverkauf merklich bereicherten Herren eng befreundet sind mit hohen Gazprom-Funktionären, wussten und wissen die wenigsten in Teriberka. Einer, der es weiss − genauer: jener, der diese schwer überprüfbare Geschichte erzählt –, heisst Waleri Jarantsew und ist Gemeindepräsident Teriberkas. Dass er es wisse, sei, so sagt er, mit ein Grund, weswegen er derzeit sein Amt nicht ausführen dürfe und auf seine Gerichtsverhandlung warte. Aber beginnen wir von vorne: Im März 2009 hat sich der 55-jährige Jarantsew – von Beruf Kapitän, wohnhaft in Murmansk, völlig unbekannt im Dorf und Mitglied der Kommunistischen Partei – fürs Gemeindepräsidium zur Verfügung gestellt und die Wahl prompt gewonnen.
Unvertraut mit bürokratischen Gepflogenheiten, hat Jarantsew sogleich eine grosse Aufgabe angepackt: Um das Fernheizsystem zu verbessern, hat Jarantsew aus zwei Boilern einen gemacht. Dass er damit im ersten Winter nicht nur hundert Tonnen Kohle einsparte, sondern bei Renovationsarbeiten museale Heizkörper billiger als budgetiert ersetzen konnte, gab ihm das Gefühl, in Teriberka tatsächlich etwas bewirken zu können. Kurz nach Ausführung dieser Arbeiten aber wurde Jarantsew richterlich angeklagt, Gemeindegeld missbraucht und abgezweigt zu haben. Er wurde verhaftet und vom Amt suspendiert.
«Es gibt allein politische Gründe für meine Verhaftung», glaubt Jarantsew, der nie verheimlicht hat, wie wenig er vom Shtokman-Projekt, wie viel er aber von kollektiver Produktion und kleinem Gewebe hält. «Die Bürokraten, dick befreundet mit Gazprom, wünschen sich für Teriberka einen anderen Gemeindepräsidenten. Denn die Bürokraten wissen: Ich bin überzeugt davon, dass vom Shtokman-Projekt allein Gazprom profitieren wird. Teriberka sicher nicht.»

Den in den Verwaltungen offenbar fest verwachsenen Filz beschreibt Jarantsew in zahlreichen Geschichten: Eine davon betrifft die Radiatoren: Die im direkt hinter Murmansk gelegenen Kola beheimatete Kontrollbehörde habe genau vorgegeben, welcher Geldbetrag nötig sei, um Radiatoren in gemeindeeigenen Gebäuden zu sanieren. Diese Kosten seien absichtlich ziemlich hoch budgetiert worden, um die Differenz in private Taschen abwandern zu lassen. Bei dem von der Gemeinde betriebenen Boiler verhalte es sich nicht anders: Der Staat rechne vor, wie teuer es eine Gemeinde zu stehen komme, mit Kohle eine Kilowattstunde Energie herzustellen. Hier wird aber absichtlich zu tief budgetiert; die Gemeinde kann per Formular auf dem Amt den Restbetrag anfordern. Als er, Jarantsew, sich diesbezüglich beim Amt gemeldet habe, sei ihm angeboten worden, die Sache schwarz abzuwickeln: Falls er einverstanden sei, 30 Prozent der Differenz als Geschenk anzunehmen, werde man dafür sorgen, dass niemand vom Handel erfahre. «Während also ein Gemeindepräsident 30, ein Beamter die anderen 70 Prozent einsteckt, versinken die Gemeinden Russlands in Schulden», empört sich Jarantsew.
Die Aufdeckung derartiger Machenschaften ändert indes nichts daran, dass Jarantsew im vergangenen Jahr verurteilt worden ist: 80 000 Rubel Straf!, wie die Russen sagen, soll er bezahlen. Das aber will er nicht, und der Gerechtigkeit willen ist er bestrebt, das Urteil anzufechten. Jarantsews Amtszeit als Gemeindepräsident Teriberkas dauert noch bis im März 2013, aber solange seine Einsprache pendent ist, bleibt es ihm untersagt, das Amt auszuüben. Jarantsew ist überzeugt, dass nicht nur die Beamten, sondern auch Gazprom ein reges Interesse daran haben, ihn eine lange Zeit noch warten zu lassen.
Eine lange Zeit, in der Wolodja viel Kohle schaufeln, lange Stunden mit dem Fernseher, mit seinem Hund und einigen Flaschen Cooler im Verschlag sitzen wird. In jenem Verschlag, in welchem er an jenem Abend erzählt hat, was mit seiner Tochter genau geschehen ist: Als die kleine, zehn Monate alte Aleksandra mit hohem Fieber im Bett 
liegt, entscheiden sich Wolodja und die schwangere Jelena, mit dem Kind in den Lada zu steigen und in die Poliklinik zu fahren. Sommer ist’s, der Schnee ist weg, die Strassen liegen im Morast. Nicht weniger als die Pflegerinnen versucht auch der alte, weit über seinen Ruhestand hinaus tätige Arzt das Kind zu behandeln, aber der Zustand Aleksandras ist schlecht, das Herz, geschwächt noch von der schwerwiegenden Operation, schlägt schwach. Eine Fahrt ins Spital nach Murmansk würde drei, des Schlamms wegen vielleicht vier Stunden in Anspruch nehmen, an einen Besuch bei den Spezialisten in Moskau ist nicht zu denken.
Die verabreichte Medizin zeitigt keine Wirkung, das Kind stirbt. Der Arzt spricht sein Beileid aus, der Dorfpolizist schreibt das Nötige in ein Formular hinein. Ein Grab wird geschaufelt, ganz vorne, am Rand 
des Friedhofs, wo bereits andere Kinder liegen, der winzige Sarg senkt sich ins Dunkel. Freunde kommen auf Besuch, kondolieren, der erste Schnee fällt.
«Ich erschiesse den Arzt», sagt Wolodja eines Tages. «Verdammter Idiot», sagt Jelena. «Nuttiger Hurensohn», ergänzt sie, wobei unklar bleibt, ob sie den Arzt oder ihren Mann meint. Klar aber ist: Wolodja besitzt eine Flinte und weiss, wo der Abzug ist. Und klar ist: Jelena übt sich selten in den Möglichkeiten gehobener Ausdrucksformen.
In Wolodja rumort eine Wut, aber er lässt die Flinte im Schrank, schaufelt Kohle im Boiler, betrinkt sich und geht fischen. Jelena hat einen unbändigen Appetit; sie ist schwanger, trägt den kräftigen Dmi-
trij im Bauch und rätselt darüber nach, was es zu bedeuten hat, dass die weisse Taube nicht mehr in die Küche flattert. Sie besorgt den Haushalt, räumt die Küche auf, schmeisst den Müll aus dem Fenster, flucht dazu über die in Teriberka nicht existierende Müllabfuhr, dann und wann ruft ihre Schwester an und spendet Trost.
Wolodja, wieder einmal erschöpft von einer Nachtschicht, liegt schlafend vor dem Fernseher, die Flasche auf dem Tisch ist leer, der Schnauzbart vibriert mit jedem Atemzug, der kleine Apparat zeigt «Fischen und Jagen». Diesmal ist wie so oft ein geduldiger Eisfischer zu sehen, der, ausgerüstet mit Zelt und Schneemobil, für drei Tage in der Tundra sein Glück versucht. Der Moderator spricht nicht viel, weswegen Wolodjas Schnarchen gut zur Geltung kommt; die auf dem Bauch ruhenden, von der Arbeit im Boiler geschwärzten Hände heben und senken sich sachte.
Dann erwacht er, blickt um sich, ein friedlicher Nachmittag, die Sonne scheint, aber die Kleine ist nicht da, von der kleinen Aleksandra gibt es Bilder nur, sonst nichts. Wolodja entscheidet, dass die Zeit gekommen sei. Er greift zur Flinte, steigt in den Lada und fährt in Richtung Poliklinik. Jelena ruft ihm etwas hinterher, er hört sie nicht. Es ist der Dorfpolizist, dem Wolodja auf dem Weg zur Klinik begegnet. Der Polizist sieht es an der auf dem Beifahrersitz mitfahrenden Flinte, viel mehr aber noch in Wolodjas Augen: Der Dorfheizer ist unterwegs zu einer wenig löblichen Tat. «Willst du wirklich zwanzig Jahre im Knast 
sitzen?», fragt er ihn. Wolodja hört nicht hin, fährt weiter bis zur Klinik, parkiert, blickt zur Tür und wartet. Mit dem Blei, das für den Arzt bestimmt war, hat Wolodja vergangenen Herbst einen Hasen geschossen.
So wird es gewesen sein, so hat er es erzählt, dieser Wladimir Wladimirowitsch, genannt Wolodja, kurz vor Mitternacht, ehe er erneut zur Schaufel griff, um den zentralen Ofen jenes Dorfes zu füttern, das bald schon Europas Erdgashauptstadt werden könnte; so hat er es erzählt kurz vor Mitternacht, bei einem Cooler, den Spänen eines getrockneten Fischs und der Sorge um den erkrankten Sohn.

 

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