Gestrandet: Jalta

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Nicht ein Zimmer, nirgends. Ist denn ganz Russland gerade auf der Krim?

Dmitrij Kapitelman

Um am letzten Tag auf der Krim alles richtig zu machen, könnte ich einfach nichts tun. Das Zimmer an der schönen Strandpromenade Jaltas behalten, sonnenbaden, Flusskrebse lutschen, abends das Feuerwerk am Himmel bestaunen. Schliesslich feiert die Stadt an diesem Wochenende Geburtstag – den sechsten unter russischer Fahne und ganz autonom. Weshalb sie vor fast ausschliesslich russischen Feriengästen birst.

Stattdessen beschliesse ich, dass ein Tag am Strand zu dumpf ist. Lieber Kulturprogramm, lieber den Woronzow-Palast in Alupka ansehen, einer Vorstadt von Jalta. Bloss ein halbes Jahrhundert lang liess Fürst Woronzow daran bauen. Von demselben Palastbauonkel, der sich auch den Buckingham Palace überlegt hat. Während der Jalta­-Konferenz airbnbte Winston Churchill dort. Und bat bei Abreise, einen der Marmor­löwen vom Anwesen mit nach England nehmen zu dürfen, gegen gutes Geld. Darauf soll Stalin erwidert haben: «Nö, das ist mein Marmorlöwe.»

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