Gestrandet: Teneriffa

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Unsere Autorin hatte weit reisen müssen, um endlich allein zu sein. Doch war es weit genug?

Esther Göbel

Da stand ich nun, gefühlt am Ende der Welt. Mutterseelenallein. Zu meiner Linken die begrünten Lavafelsen Teneriffas, die sich steil in den Himmel bohrten; zu meiner Rechten die krachenden Wellen in etwa 50 Metern Tiefe; über mir die Sonne und keine einzige Wolke; um mich herum ein kräftiger Passatwind, der mir Stirn und Nacken kühlte; vor meinem Auge nichts als der Ozean und ein dunstiger Horizont, in dem sich Meer und Himmel zu einer weich fliessenden Ahnung in blau vermischten. Keine befahrbare Strasse hatte mich auf diesen schmalen Pfad geführt, allein meine Füsse. Das nächste Dorf, bestehend aus ein paar kleinen Häusern, die sich wie hingesprenkelt in die Hänge des Anaga-Gebirges drängten, hatte ich nach einer Stunde serpentinenreicher Busfahrt erreicht und vor ein paar Kilometern glücklich hinter mir gelassen.

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