Grand Cru Pesticide

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Pflanzenschutzmittel schaden Arbeitern. Eine mutige Frau rebelliert gegen die Weinbarone des Médoc. 

Michel Bessaguet

Im Garten mit Eichen und kurzem Gras döst ein zusammengerollter Malteserkater auf einem Liegestuhl, eine Amsel stibitzt ihm seine Kroketten. Marie-Hélène Machado sitzt auf der Terrasse ihres Hauses, das gross genug wäre, um einen ganzen Trupp zu beherbergen. «Wenn ich von Marie-Lys rede, bekomme ich Gänsehaut.» Marie-Hélène ist eine kokette und lebhafte jung gebliebene Sechzigerin mit Augen, die wie Champagner perlen. Sie zittert fast, wenn sie Marie-Lys Bibeyran erwähnt, die als Teenager in ihrer Bäckerei in Listrac, zu deren Kunden ihre Eltern und ihr Bruder Denis zählten, eine Schnupperlehre machte. Listrac? Ein Dorf mit zweitausendfünfhundert Einwohnern, eingerahmt von sechshundert Hektar Weinbergen, mitten im Médoc, wo es von grossen und weniger grossen Weinen wimmelt: Saint Estèphe, Pauillac, Margaux, Moulis … Und stolze Schlösser alter Dynastien, die unter die Kontrolle der Rothschilds, Pinaults und Bouygues gerieten.

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