High Heels am Hindukusch

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Weniger Burkas, freiere Rede: Afghanistans Gratwanderung zwischen Taliban und Mädchenschulen.

Roger Willemsen

«Die Sicherheitslage», hiess es schulterzuckend. Flug und Hotel wurden storniert. Selbstmordattentäter in Kabul, die «Frühjahrsoffensive der Taliban» drohe. «Die Sicherheitslage», hiess es beim nächsten Mal. Mein Visum verfiel, US -Soldaten hatten den Koran verbrannt. Aufstände gegen Ausländer waren zu befürchten. «Die Sicherheitslage» ist der Grund dafür, dass westliche Politiker ihre Hotelzimmer nur verlassen, um im gepanzerten Wagen in ein Ministerium zu fahren und rasch zurück. Sie ist der Grund dafür, dass sich die prominenten Truppen-Unterhalter mit einer Besichtigung des Landes unter Bundeswehr-Perspektive begnügen. Afghanistan wird dabei unsichtbar. Das zivile Land bindet kein Interesse mehr. So unbehelligt lässt sich in einem Land nur Krieg führen, wenn die Anschauung fehlt.

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