Ich will ein Eisbär sein

Diese Geschichte steht nur Abonnenten zur VerfügungLock icon

Beim Polarbear-Watching geraten auch verhaltensoriginelle Mitreisende in den Fokus.

Philipp Tingler

Es ist weiss, kalt, still. Bis auf den Wind. Und Ihren Herzschlag. Sie sind der letzte Mensch auf der Welt. Die eisige Luft füllt Ihre Lungen, das schmerzt fast. Um Sie herum ist das Nichts, das Nirgends: flach, unermesslich, konturlos. Aber Ihr Herz schlägt bis zum Hals. Denn da drüben, ein paar Meter von Ihnen entfernt, ringen spielerisch ein paar Eisbären miteinander. Es kümmert die Bären nicht weiter, dass Sie da sind. Denn die Eisbären sind hier die Könige.

Wer solche Momente der existenziellen Geworfenheit erleben will, muss nach Churchill. Churchill ist ein kleines Städtchen in der kanadischen Provinz Manitoba, gelegen am westlichen Ufer der Hudson Bay. Churchill ist die Welthauptstadt der Eisbären. So nennt es sich selbst, und das ist keine Übertreibung. Keine Strasse führt nach Churchill, mit dem Zug ist die Reise lang und kompliziert, wegen Schneeverwehungen und anderer Umständlichkeiten. Elche, die auf den Gleisen stehen, Sie wissen schon. Am besten also, man nimmt das Flugzeug. Von Winnipeg aus, der Hauptstadt Manitobas. Wer nach Churchill will, reist über Winnipeg. Doch Winnipeg ist natürlich noch viel mehr als das Tor nach Churchill. Wussten Sie, dass Winnie the Pooh, dieser drollige Bärenheld unserer Kindheit, nach der Stadt Winnipeg benannt ist? 

Sie möchten weiterlesen?

Wir stehen für herausragende literarische Reportagen. Dafür benötigen wir die Unterstützung unserer Abonnentinnen und Abonnenten. Mit einem Reportagen-Abonnement investieren sie in das Schaffen von Autorinnen und Autoren, die sich für das Kleine Zeit nehmen, um das Grosse zu erfassen.
Philipp Tingler unterwegs:
AutorIn
Themen
Region