Im Supersam 1977

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Es ist der erste und grösste Supermarkt Polens: Willkommen in Warschaus kommunistischem Konsumtempel.

Malgorzata Szejnert

Der Direktor begann seine berufliche Tätigkeit im Kolonialwarenladen Meinl. Inzwischen leitet er seit zwölf Jahren den Supersam, den grössten Warschauer Supermarkt für Lebensmittel.

«Ich habe mich sehr davor gefürchtet, ein Kaufhaus erster Priorität zu übernehmen. Die ganze vorherige Leitung war wegen diverser Skandale verhaftet worden. In den ersten Monaten hielt mich ständig jemand im Korridor auf – dieser schwärzte jenen an, jener einen Dritten, und dann soll einer noch verstehen, wer lügt.»

 

Als der Supersam eröffnet wurde, rechnete man mit hundert Millionen Jahresumsatz. Es wurden fünfhundert und mehr. Bei gleich gebliebener Verkaufs- und Lagerfläche, bei beinahe gleichem Personalbestand und kaum veränderten Preisen. Ausschlaggebend für die Höhe des Umsatzes sind die Grundnahrungsmittel. Fünfhundert Millionen im Jahr bedeutet zwei Millionen pro Handelstag: der Wert von täglich zehn Tonnen Backwaren, zehn Tonnen Fleisch und zwei bis drei Tonnen Wurstwaren, drei Tonnen Gemüse, zwei Tonnen Obst, zweitausend Liter Milch und vierzigtausend Eiern.

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