Irrland

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Wie Irland in nur zwanzig Jahren reich, wieder arm und gescheiter wurde.

Margrit Sprecher

Die Annonce in Irlands grösster Tageszeitung klang gefasst. «Zu verkaufen: ein kleines Land. Bevölkerung: 4,5 Millionen – ungefähr. Die Zahl wechselt täglich, seit so viele auswandern. Intelligentes Volk, das sich allen kulturellen Veränderungen anpassen wird, die der neue Besitzer verlangt. Wetter: nicht grossartig, aber wenigstens haben wir keine Erdbeben, Tsunami und Hitzewellen. Zudem sorgt der Regen für viel Grün und ein perfektes Bier. Nachteile: Enorme Schulden, verursacht durch frühere Regierungen. Dazu kommen 67 Milliarden Euro Verpflichtungen, die uns eine Handvoll Bauunternehmer hinterlassen haben. Der Betrag steigt unablässig, ebenso die Arbeitslosenziffer. Unser grösstes Problem: nur eineinhalb Millionen Erwerbstätige, um den gigantischen Schuldenberg abzutragen. Wir hoffen natürlich, dass uns ein allfälliger Interessent erlaubt, weiterhin unsere Muttersprache, Englisch, zu sprechen und den Linksverkehr beizubehalten.»

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