Kamerun 1978

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Fledermäuse, Wasserprobleme, Riesenmoskitos. Die vergnügliche Sicht eines Ethnologen auf die Arbeit von Entwicklungshelfern bei den Dowayos in Kamerun.

Nigel Barley

Beim Abendessen ging es diesmal hoch her. Pastor Brown hatte sich des Wasserversorgungsprojekts angenommen und eine Konferenz einberufen. Seine neueste Entdeckung war die Sonnenenergie. Er war zu dem durchaus vernünftigen Schluss gelangt, dass es eine skandalöse Verschwendung von Energien sei, wenn Benzin und Paraffin ins Innere Afrikas geschleppt wur­den, nur um dort verbrannt zu werden. Nach Durchsicht seiner geliebten Versand-Kataloge hatte er ein gewaltiges Paneel aus Solarzellen bestellt, das mit der üblichen Verspätung eingetroffen und auf dem Dach seines Hauses montiert worden war. Einfach nur dank der Tatsache, dass dieses Paneel den ganzen Tag über dem gleissenden Sonnenlicht ausgesetzt war, konnte er eine ein­zelne Glühbirne nachts mehrere Stunden lang dazu bewegen, Licht zu spenden. Daraufhin schaltete er sofort alle anderen Ener­giequellen ab, was seine Familie zwang, im Schein von Taschen­lampen durchs Haus zu geistern, während im Wohnzimmer die Grosse Glühbirne strahlte. Hier liessen wir uns zum Essen nieder und blinzelten wie Igel im Scheinwerferkegel eines Autos.

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