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Der Versuch mehr über den Konzern zu erfahren, der so viel über uns weiss.

Florian Leu

Ich lernte in letzter Zeit viele Spooglers kennen. Spoogler steht für spouse of a Googler, Ehepartner eines Google-Mitarbeiters.

In Dublin, wo der Konzern eine Niederlassung hat, würde in diesem Zusammenhang niemand das Wort Spoogler verwenden. Im dortigen Dialekt bezeichnet es eine Person, die sich selbst befriedigt.

Google bezahlt seinen Angestellten und deren Partnern in Zürich den Deutschunterricht. So bin ich als Sprachlehrer zu so etwas wie einem halben Googler geworden. Vielleicht müsste man sagen: einem Hoogler.

Seit ein paar Monaten hole ich jede Woche ein paar Leute bei Google ab und unterrichte sie privat, mal in einem Park, mal in einer Bar, gelegentlich bei ihnen zu Hause. Seit ein paar Monaten lebe ich mit zwei liebenswürdigen Männern zusammen, die für Google arbeiten. Einer ist seit vier Jahren dort. Einer seit ein paar Monaten, in der Fachsprache ein Noogler.

Schon lange will ich über die Firma recherchieren, mehr über das Innenleben des Konzerns erfahren, der so viel über uns weiss. Wegen der Vertraulichkeitsabkommen, die Google mit seinen Arbeitnehmern schliesst, ist das schwierig. Über meine Arbeit als Lehrer sammle ich Anhaltspunkte, Impressionen, Anekdoten. Mich interessiert vor allem die Atmosphäre, das Lebengefühl bei Google.

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