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Komplizin in Jemen

Die Kriegsreporterin im Dilemma zwischen Wahrheit und Propaganda.

Francesca Mannocchi

Qais ist sichtlich angespannt, als er sich dem Passbüro an der Grenze zwischen Oman und Jemen nähert. Er trägt die Dishdasha, das lange Männergewand der Arabischen Halbinsel, einen Turban und ein Paar abgenützter schwarzer Pantoffeln.

In einer Hand hat er eine ockerfarbene Mappe voller Papiere, mit der anderen umklammert er ein Plastikköfferchen, worauf die von der Zeit verwischten Buchstaben das Wort Travel Agency, Reisebüro, erkennen lassen.

Er kommt auf uns zu. Qais wird in Jemen die Verantwortung für unsere Unversehrtheit in den nächsten fünf Tagen übernehmen. Vorausgesetzt, die Prozedur im Passbüro geht gut aus.

Wir, das sind der Fotograf Alessio und ich. Unlängst sind wir von Rom nach Salalah in Oman geflogen, dann vom Flughafen bis hierher zur Grenze gefahren.

Qais lächelt. Er möchte unser Vertrauen gewinnen, denke ich.

Wir betrachten uns einen langen Moment. Qais ist ein Unbekannter. Ein Unbekannter, der uns in dieses feindliche Gebiet führen wird.

Um das tun zu können, muss er lügen, muss ich lügen.

Er lächelt noch immer. Bedecke bitte dein Gesicht, sagt er.

Ich folge seinen Instruktionen. Ziehe die Abaya an, das schwarze Gewand, das den Körper der Frau von oben bis unten bedeckt. Verberge mein Gesicht hinter einem Tuch.

Wird denn alles gut gehen, Qais?, frage ich ihn.

Er lächelt, doch die Linie seiner Lippen neigt sich nach unten, als fürchte er zu viel Optimismus und hätte gleichzeitig Angst, seine Sorge zu zeigen.

Inschallah, sagt er. So Gott will. Und fügt hinzu, wenn es nicht gut ginge, würden die schlimmsten Konsequenzen sowieso mich treffen.

Das erste Mal, dass ich mit Qais gesprochen habe, war sechs Wochen vor der Abreise. Ein Mitglied der schiitischen Huthi-Rebellen hatte mich über ein soziales Netzwerk kontaktiert. Die Huthi-Rebellen kontrollieren den Norden des Landes mit Jemens Hauptstadt Sanaa. Sie hatten zuvor meine Berichte über die Konflikte in Nordafrika und dem Mittleren Osten gelesen.

Komm und sieh dir an, was in Jemen los ist, sagten sie zu mir.

Ich hatte geantwortet, dass ich seit Monaten erfolglos versuchte, ein Visum zu bekommen.

Wir lösen das auf unsere Art, sagten sie. Wir haben ein Abkommen mit einigen Schleusern und Händlern im Süden. Du reist ein als Touristin, bis du das von uns kontrollierte Gebiet bei Taiz erreichst.

Touristin? Ich lächelte bei dem Gedanken, dachte aber auch, dass es sonst nicht klappen würde.

Zwei Tage später schrieb mir Qais und stellte sich vor.

«Ich war Reiseführer vor dem Krieg und hatte ein Hotel. Mittlerweile habe ich es verloren. Ich habe alles verloren, das Einzige, was mir geblieben ist, ist eine zwanzigköpfige Familie, für deren Unterhalt ich aufkommen muss. Deshalb schmuggle ich Journalisten in mein Land. Es ist die einzige Einkommensquelle, die ich habe. Bist du noch interessiert?»

«Wie kann ich dir vertrauen, Qais?»

Einige Stunden später sandte mir Qais ein Video. Er hatte es eigens für mich aufgenommen. Er wollte mir sein Gesicht zeigen, wollte mir vom Krieg erzählen.

Er begann so: «Ich musste warten, bis wir wieder Strom hatten.» Strom zu haben, ist im Krieg Glückssache.

Am Ende sagte er: «Es sind meine Frauen, die mir Kraft geben. Immer, wenn ich an meine Frau und meine Töchter denke, spüre ich: Wenn die Seele nach Wahrheit dürstet, muss man diese in den Tränen und den Ängsten der Frauen suchen. Vertrau mir, Francesca. Ich bin kein Bösewicht. Ich bin gezwungen, illegale Dinge zu tun, der Krieg verändert Gesicht und Seele der Menschen.

Aber vertrau mir. Und komm und sieh es dir an.»

Ich entschied mich, zu vertrauen und loszureisen.

Jeder Krieg birgt für den, der darüber ohne die üblichen Stereotype berichten will, ein ethisches Dilemma.

Jede Partei im Konflikt verfolgt ihre eigene Agenda. Und damit auch ihre eigene Propagandastrategie. Im Fall von Jemen kommen zu den Interessen der beiden Konfliktparteien die Agenden von Drittländern hinzu, die starken Einfluss haben.

Als Berichterstatter muss man sich Raum schaffen zwischen all der Propaganda, die sich in Treibsand verwandeln kann. Es gibt keine magischen oder alchemistischen Regeln, um über einen Konflikt gut zu berichten. Unparteilichkeit ist auch keine Lösung. Man kann nicht unparteiisch bleiben angesichts von Kindern, die vor Hunger sterben.

Man kann jedoch konkret und rational agieren und sich fragen, wer wirklich ihren Hungertod verantwortet. Vor allem, ob ein Teil dieser Verantwortung nicht bei uns, in unserem westlichen Teil der Welt, liegt.

Als Berichterstatter muss man denjenigen, die alles aus einer bequemen Distanz betrachten, die Opfer näherbringen und erklären, aus welchen Elementen dieser Krieg zusammengesetzt ist.

Ehrlichkeit in einem komplexen Konflikt wie demjenigen in Jemen bedeutet, ein vernünftiges Mass zu finden zwischen dem, was sie dich sehen, filmen oder fotografieren lassen − weil derjenige, der dich begleitet, das braucht, um seine Gründe darzulegen. Und dem, was du nicht siehst, dir aber leicht vorstellen kannst.

Um im Sommer 2019 ins Land zu kommen, musste ich auf dem Landweg die Grenze zwischen Oman und Jemen überqueren. Qais, der Reiseführer, der wegen des Krieges zum Schleuser wurde, hat uns bis zum Treffpunkt mit den Huthi-Funktionären begleitet. Er lag in der Nähe von Taiz, einer Stadt, die von den Kämpfen und der Frontlinie zweigeteilt wurde.

Die Reise von der jemenitisch-omanischen Grenze bis in den Norden Jemens dauerte vier Tage. 1400 Kilometer längs der Küste Jemens durch gefährliches Gebiet mit starker Präsenz von Truppen der Kaida, wie beispielsweise in der Stadt Mukalla. 

Das Zweckmässigste, um das Land heimlich zu durchqueren, war, so zu tun, als sei ich eine Einheimische, bekleidet mit der Abaya, die den Körper bis zu den Füssen bedeckt, und Kopf, Gesicht und Hände schwarz zu verschleiern.

In den Tagen, die ich mit Qais verbrachte, lernte ich ihn kennen, wie er vor dem Krieg gewesen sein muss, aber ich lernte auch einen Mann in seinem Schmerz kennen. Ich habe von Sehnsüchten und Schuldgefühlen erfahren. Von Hoffnungen und Machtlosigkeit.

Schau dir diesen Krieg an, sagte Qais zu mir, schau ihn dir an, jenseits von Propaganda und dem, was sie dich glauben machen wollen, schau ihn dir an mit meinen Augen, den Augen eines ganz normalen Mannes, der alles verloren hat und nun illegal lebt.

Wir schliefen in kleinen staubigen Hotels, in Aden, in der Nähe von Mukalla. Ich, versteckt im Schwarz eines Gewandes, das mir nicht gehörte, gefesselt im Schweigen der fingierten Ehefrau, um zu vermeiden, dass irgendjemand das Wort an mich richtete.

Nach unten schauen und schweigen.

Dasselbe Prozedere in den kleinen Restaurants, in denen wir assen. Und an jedem Checkpoint. Jeden Tag Dutzende davon, an denen ich so tun musste, als schlafe ich, während Qais und der Chauffeur für uns ihr Leben riskierten oder zumindest ihr Einkommen.

Menschenschmuggel ist die einzige Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen und die Funktionäre an den Grenzen zu bezahlen. So dass die Söhne fliehen können, nicht für den Kampf geopfert werden und wenigstens lesen und schreiben lernen. Damit sie aus Sanaa wegkönnen, Qais’ geliebter Stadt, die er nicht mehr wiedererkennt, seit sie von den Huthi besetzt ist. Qais hat die Hoffnung, dass seine Tochter einmal das Land verlassen und im nahen Oman weiterstudieren kann, denn, so sagte Qais: «Für uns gibt es hier keine Hoffnung mehr. Ich muss wenigstens meine Töchter retten.»

«Es ist eine moderne Diktatur, aber es ist dennoch eine Diktatur. In Sanaa kann man nicht offen sprechen, etwas kritisieren oder diskutieren, in Sanaa kann man nicht einmal mehr denken», − Qais wiederholt das wie ein Gebet. Und doch weiss er, dass er auf Sanaa angewiesen ist, denn hierher kommen die Journalisten. 

Am Rand von Taiz stand ein gepanzerter Wagen, ein Chauffeur, ein Mittelsmann und die Leibwächter, die uns auf Geheiss des Informationsministeriums begleiten sollten, warteten schon.

Qais stieg aus, schüttelte allen die Hand und kam wieder zu unserem Fahrzeug mit einem Zug um die Mundwinkel, als wolle er sagen: Wir haben’s geschafft. Schweigend stiegen der Fotograf und ich in das Auto, das uns nach Sanaa bringen sollte. Wir fuhren mit den Huthi davon. Noch im Auto erhielt ich eine Nachricht von Qais: «Sag den Huthi nicht, dass ich sie kritisiere, versteh mich bitte.» Qais stellte uns vor ein moralisches Dilemma: Was war der Preis für unsere Reise nach Jemen? Welches Recht haben wir Journalisten, Menschenschmuggel zu fördern, der eventuell einen Mann ins Gefängnis bringt? Qais hat keine andere Möglichkeit, Geld zu verdienen. Sobald wir in Sanaa waren, wurde unsere Arbeit zwei Wochen lang Tag und Nacht von Delegierten des Informationsministeriums der Regierung kontrolliert.

Der erste Termin, den die Huthi uns auferlegten, war im Informationsministerium, einem leeren Gebäude mit deutlichen Spuren von Bombardements. In den Jahren der Besatzung haben die Huthi auch Ministerien geschaffen, offizielle Institutionen, einen Regierungsapparat. Der Delegierte wartete auf uns in einem stickigen Zimmer. Im Vorzimmer seine Sekretärin, die dabei war, unsere Reisebewegungen zu planen, und Ratschläge gab, die mehr und mehr den Charakter von Anordnungen annahmen.

Auf dem Tisch lag eine Landkarte vom Norden des Landes und eine Liste von Orten, die zu besuchen uns erlaubt wurde. Und dann, informell, aber bindend, die zu befolgenden Regeln: keine Bilder von den Kämpfern oder von verwundeten Soldaten, nie Zivilisten fragen, ob sie Tonaufnahmen oder Filme registrieren könnten, es sei denn mit ausdrücklicher Genehmigung des Informationsministeriums. Ausserdem: nie allein losziehen, nie.

Wir wurden nie allein gelassen, kein Interview fand ohne das Beisein der Rebellenfunktionäre statt. Keine Mahlzeit, kein Aufwachen, das nicht von ihren Augen und Ohren begleitet wurde.

Das beeinflusste natürlich das Verhalten derer, denen wir begegneten. Wie in jedem autoritären Regime waren wir einer verschleierten Erpressung unterworfen. Wir sollten dazu gebracht werden, die offizielle Erzählweise der Mächtigen wiederzugeben. Das passiert nicht selten im Krieg.

Und dennoch war es in Jemen ein besonders tiefes ethisches Dilemma, vor dem wir standen, tiefer als andere auch sehr schmerzhafte Erfahrungen.

Denn das Schlachtfeld, auf dem der Propagandakrieg in Jemen tobt, sind die Körper von Tausenden, Millionen von Kindern. Sie werden zum Opfer der schlimmsten Kriegswaffe, des Hungers. Die Huthi kontrollieren die Essenslieferungen des World Food Programme. Nur wer auf ihrer Seite ist, bekommt Essen. Eine Zeit lang stoppte das World Food Programme deshalb die Lieferungen. Jemen wird ausgehungert. Die Huthi zwangen uns zu einer makabren Tour zu den unterernährten Kindern. Und Tag für Tag, während wir ikonenhafte Bilder suchten, die perfekt wären zum Publizieren, kraftvolle Bilder vom Leid der Menschen, stellte sich uns eine immer drängendere Frage: «Machen wir uns, während wir diese Kinder aufsuchen, die nur noch aus Haut und Knochen bestehen, zu Helfershelfern der menschengemachten Hungersnot?»

In Jemen leben 27 Millionen Menschen. 20 Millionen von ihnen haben keinen Zugang zu medizinischer Versorgung. Die Hälfte der Kliniken und Krankenhäuser wurde beschädigt oder zerstört. Über 10 Millionen Jemeniten werden der Stufe 3 von 5 auf der Skala der Mangelernährung zugerechnet. 5 Millionen sogar der Stufe 4, was eine akute Notlage bedeutet.

Gemäss dem Jemen Data Project, einer Datenbank, welche die Luftangriffe erfasst, wurden seit dem Jahr 2015, als Saudiarabien in den Krieg eintrat, 20 000 Luftangriffe auf das Land verübt. Das bedeutet 13 am Tag, ein Drittel davon traf nichtmilitärische Ziele. Mehr als 2000-mal die Häuser von Zivilisten, 600 Bauernhöfe oder landwirtschaftliche Gebiete, 240-mal Schulen und Universitäten, 130 Sitze von Wasser- und Stromgesellschaften, 20 Radio- und Fernsehstationen und 700 zerstörte Brücken und Strassen.

Das heisst, dass die internationale Koalition die Lebensbasis der Jemeniten im Norden zerstört hat. Aber es sah hier nicht aus wie im zerstörten Mosul mit seiner in Trümmern liegenden Altstadt, es war nicht wie die zerbombten Überreste von Aleppo, das beschossene Sirte oder das verwüstete Rakka.

Den jemenitischen Krieg beschreibt der Satz einer Frau im Wartezimmer des Spitals von Hajjah, die ein abgemagertes Kind im Arm hält und sagt: «Der Krieg? Den Krieg siehst du nicht, denn die Bomben machen die Dörfer nicht dem Erdboden gleich. In den Wohngebieten zerstören sie nur das Spital und die Schule. Sie lassen uns zurück ohne medizinische Versorgung und unsere Kinder ohne Unterricht. Sie töten heute und bereiten eine Wüste von morgen vor.»

Jemen durch die kleinen Fenster unseres gepanzerten Fahrzeugs zu betrachten oder zu Fuss durch Dörfer und Städte zu gehen, war wie eine Art Spurensuche eines auf den ersten Blick gar nicht sichtbaren Krieges. Eines versteckten, subtilen, bis ins Kleinste hineinreichenden Krieges.

Im Bemühen, die schiitischen Huthi-Rebellen zu bezwingen, die von Iran unterstützt werden, hat die Koalition dem Land restriktive Einfuhrbestimmungen aufgezwungen, die auch Nahrungsmittel, Treibstoff und Medizin betreffen. Daraufhin stiegen die Preise und blähten die Kosten für Transporte und Nahrungsmittel auf. Das brachte das Land, das ohnehin schon das ärmste der Region ist, an den Rand der Hungersnot.

Nach Uno-Angaben werden die Nahrungsmittelrationen in den nächsten Monaten für 12 Millionen Menschen weiter reduziert. Zweieinhalb Millionen unterernährter Kinder werden von den Erstversorgungen ausgeschlossen werden. Die Pläne für den Bau von 30 neuen Ernährungszentren werden nicht weiter verfolgt, und eine Wasseraufbereitungsanlage, die Brauchwasser so weit reinigen sollte, dass es zum Bewässern der Felder benützt werden kann, wurde im Juni geschlossen. Das ungereinigte Wasser wird weitere Cholera-Epidemien zur Folge haben, Kranke können nicht mehr versorgt werden. Die internationale Gemeinschaft schaut untätig zu − und macht sich dadurch mitschuldig.

In der Uno-Geberkonferenz vom Februar 2019 wurden den Vereinten Nationen 2,6 Milliarden Dollar an Hilfsgeldern zugesagt, um die dringendste Not von über 20 Millionen Menschen zu lindern. Bis heute ist nicht einmal die Hälfte davon eingetroffen.

Das spürt, wer in Kliniken oder Spitälern arbeitet. Oder wer die Menschen zählt, die für eine Mahlzeit in der Schlange stehen. Und die sterbenden Kinder, weggerafft von Hunger oder Bomben.

Wenn ich berichte, denke ich immer: Wo ist die Grenze? Was behalte ich in der Geschichte, weil es gesehen und gewusst werden muss, was kann ich beiseitelassen? Und vor allem: Wie kann ich das sichtbar machen, was sich hinter den von der Propaganda gesetzten Grenzen verbirgt?

Jemen konfrontierte mich täglich mit diesem Dilemma.

Ich wurde konfrontiert mit den Grenzen meiner Geschichte durch die Begrenztheit meines Blickes.

Zu viel Nähe schafft Undurchsichtigkeit.

Die ikonische Fotografie eines verhungernden Kindes zum Beispiel emotionalisiert, aber sie erklärt nichts. Sie banalisiert.

Und wieder das moralische Dilemma: Macht meine Präsenz in Jemen, stets unter Kontrolle der verschiedenen Propagandaträger, aus mir einen Zeugen, der die Wahrheit hinaus in die Welt trägt − oder ein unfreiwilliges Instrument der Agenda von anderen?

«Das Haus hat gebebt, es war Abend. Unsere Cousins und Onkel hatten sich in den Hof gesetzt, um zusammen zu Abend zu essen. Sie warteten nur noch darauf, dass Ahmed mit frischem Brot aus der Bäckerei zurückkommen würde. Bei seiner Rückkehr wollte ihn der Hund nicht in den Hof lassen. Ahmed verlor die Geduld, nahm einen Stein und warf ihn nach dem Hund, um ihn zu verscheuchen. Aber das Verhalten des Hundes war eine Warnung, eine Prophezeiung. Kaum war Ahmed eingetreten, wurde das Haus von einer Rakete getroffen. Die Verwandten, zehn insgesamt, waren alle tot.» Das erzählt mir Ibrahim al-Abid, er ist 14 Jahre alt, trägt einen sandfarbenen Kaftan. Er steigt über die Trümmer eines Altstadthauses von Sanaa. Sein Haus liegt gegenüber dem beschossenen Gebäude, er hörte die Angriffe. Im Krieg lernst du schon als Kind, dass es zu spät ist, wenn du die Einschläge der Bomben und die Schüsse hörst.

Er spürte, wie die Wände wackelten, und stürzte hinaus, um dabei zu helfen, die Toten auszugraben und Überlebende zu suchen. 

Nervös bewegt er die Hände, um das Zittern des Gebäudes zu beschreiben. Er hebt die Augen zum Himmel, beschreibt das Geräusch der Drohnen. Die Gewöhnung an die Angst.

«Ja, wir haben uns eben daran gewöhnt», sagen auch Mohammed und Kamal, die 11 und 12 Jahre alten Cousins von Ibrahim. Sie gehen nicht zur Schule, sie wollen Kampfpiloten werden, «um das Land zu beschützen», wie sie sagen.

Während ich diese Kinder sehe, denke ich an Ashbal al-Khalifa, an die Kinder des Kalifats, die ich im Irak getroffen habe, Kinder, die einer Gehirnwäsche unterzogen und an den Schulen der Milizen des Islamischen Staates erzogen wurden. Von sunnitischen Fundamentalisten. Ibrahim und seine Cousins wurden von schiitischen Fundamentalisten erzogen. Ich höre ihnen zu, wie sie stolz berichten, dass sie es kaum erwarten könnten, die Waffen für ihre Heimat zu ergreifen, welchen Hunger nach Rache sie hätten. Während ich ihnen zuhöre, verschwindet die Grenze zwischen Sunniten und Schiiten. Und der Krieg präsentiert sich nochmals als Widerspruch in sich.

Der prophetische Hund hat überlebt und behindert noch immer den Zugang zu den Trümmern des Hauses, die im Erdgeschoss einst ein Bad und eine Küche waren.

Die Cousine von Ibrahim hätte überleben können, aber die Ambulanz, die vor Ort war, hatte keinen Sauerstoff. «Es fehlt an allem.» Diesen Satz hören wir überall in Jemen. «Es fehlt an allem.» Die Worte wiederholen sich auf den Märkten und in den Spitälern. Während Bettler an den Strassenecken um ein paar Rial bitten. In den Kliniken auf dem Land. «Es fehlt an allem.»

Und doch bildet der Suk, das Marktviertel in der Altstadt, mit seinem Räucherwerk, den Gewürzen und Farben einen Kontrast zu den Blockaden der Huthi und der allgegenwärtigen Propaganda.

Einer der vielen Widersprüche in der langen, ungelösten jemenitischen Krise.

Ich schaue mich um, sehe Marktstände voller Früchte, Gemüse und Khat, der traditionellen, hier angebauten Droge, gekaut von allen – Erwachsenen und Jugendlichen. Sie erregt und euphorisiert. 

Die Regale der Läden sind voller Brot und Mehl. Die Apotheken haben jede Medizin. Sie gelangt jedoch nur in die Häuser derjenigen, die noch Ersparnisse haben, Teil des Machtapparats sind oder wenigstens beschützt von den Huthi-Funktionären.

Aber in den Häusern der normalen Bevölkerung fehlt alles. Und in den Spitälern sterben die Kinder massenweise an Hunger.

Ab den frühesten Morgenstunden jedes Tages stellen sich Hunderte Frauen in die Schlange vor einer Ernährungsklinik in Aslam, in Nord-­Jemen. Sie warten auf eine Visite, eine Diagnose, ein Paket Soja. Eine lange Schlange schwarzer, unförmiger Umrisse, die Gesichter bedeckt, die Hände versteckt in dunklen Handschuhen. Ihre Arme umklammern Kinder, die der Hunger faltig und ausgehöhlt aussehen lässt. Gesichter, so gross wie eine Faust, Beine, die nur noch von Haut bedeckt sind, Kinder, die vereint sind in dem unverwechselbaren Jammern, das nur der Hunger hervorbringt.

Einige Frauen erzählen mir, dass sie drei Stunden gelaufen seien, um hierherzukommen, bei Temperaturen von über 40 Grad Celsius.

Manche haben nur dasjenige Kind mitgenommen, das am schlimmsten dran ist − und die übrigen zu Hause gelassen. Denn der Krieg ist auch das: eine Mutter, die gezwungen ist, zu entscheiden, welchem Kind sie das Überleben ermöglichen will.

Sie warten auf die Krankenschwestern und darauf, dass diese die Kinder in einer kleinen, an der Decke aufgehängten Schale wiegen und den Umfang der Unterärmchen messen, um den Grad der Unterernährung festzustellen. Die Messungen bleiben fast immer im roten Bereich: akute Unterernährung.

Wir sind in Aslam, einem Distrikt mit etwa 100 000 Einwohnern, zu denen noch 30 000 innerhalb des Landes Vertriebene kommen, die ihre Häuser verlassen mussten, entweder weil sie zerbombt waren oder weil sie zu nahe an der Frontlinie lagen.

Makhia al-Aslami, die Leiterin der Klinik, sorgt hier für die Kranken, die Unterernährten, die Armen. Die Huthi bringen mich zu ihr. Am Checkpoint nennen die Huthi-Milizen sie «Doctora», Ärztin. Genauso am Eingang der von ihr geleiteten Klinik in Abs, in Nord-Jemen. So nennen sie auch die Milizen vor dem Eisentor, das die äusserste Grenze für die Kalaschnikows bildet. «Von hier aus betritt man die Klinik nur unbewaffnet», sagt die Doctora mit der Entschlossenheit eines Menschen, der weiss, dass er den Respekt von allen verdient hat. 

Makhias Gesichtsausdruck ist unruhig, das Gesicht der 50-Jährigen ist unbedeckt, aber umrahmt von einem Schleier, der Körper gezeichnet von Anstrengung. Die Doctora ist in Wirklichkeit eine Krankenschwester. 2015 hat ihr das Gesundheitsministerium der Huthi-­Rebellen in Sanaa die Aufgabe übertragen, die Klinik zu leiten. Es ist eine der ärmsten und zurückgebliebensten Gegenden eines Landes, das nun schon das fünfte Jahr dieses festgefahrenen Krieges erlebt.

Sie ist immer die Erste, die am Morgen kommt, und die Letzte, die am Abend die Klinik verlässt, wenn die Lichter erlöschen und es nicht einmal mehr Treibstoff für den Stromgenerator gibt. Makhia hat in den zurückliegenden Jahren die Veränderungen in den verschiedenen Abteilungen der Klinik erlebt: «Wir versuchen, das wenige, was wir haben, mit dem täglich wachsenden Patientenstrom zu teilen:  Die Verhungernden kommen zu den Verhungernden. Wir legen mindestens zwei Kinder in jedes Bett und bitten die Mütter, auf der Erde zu schlafen.»

Vor dem Krieg arbeiteten die Männer dieser Gegend in Saudiarabien, nun verläuft an der Grenze die Front, die Männer müssen zu Hause bleiben, und den Familien fehlt es am Nötigsten. «Die Kinder, die in die Klinik kommen, haben nicht einmal Windeln», sagt Makhia. «Windeln sind jetzt Luxus, den die Familien sich nicht mehr leisten können, wer eine oder zwei hat, wäscht sie, bis es nicht mehr geht. Manchmal fragen sie nach etwas Almosen, um sich eine zu kaufen, bevor sie kommen, da sie sich schämen.»

«Alles kostet Geld, ob es eine Fahrt zum Arzt ist oder eine halbe Stunde den Traktor des Nachbarn zu leihen, um zu versuchen, etwas anzubauen. Wer etwas besitzt, der verkauft oder verpachtet es. Wer nichts besitzt, verhungert», sagt Makhia. «Das Ergebnis ist, dass momentan in Jemen alles verkauft wird, auch die menschliche Würde.» Sie befragt eine Frau danach, was sie in letzter Zeit gegessen habe. Die Frau gehört zu den vielen, die sagen, sie hätten in Wasser gekochte Blätter gegessen.

Manchmal haben sie etwas Mehl, doch die Inflation hat die Preise für Primärgüter in die Höhe getrieben, so dass, was einmal eine Handvoll Rial kostete, heute ein Luxusgut ist. Und wer keine Arbeit hat, hat kein Geld und bettelt.

Es ist ein grosser Widerspruch in Jemen: Tausende von Frauen und Kindern sitzen vor den Märkten und betteln um Almosen. Märkte, die voll sind mit Nahrungsmitteln und Wasser. Es ist kein Zufall, dass Muna Luqman, Präsidentin von Food4Humanity, einer lokalen Wohltätigkeitsorganisation, diese Waren «Waffen» nennt. Nahrung und Wasser als Waffen, als Druckmittel auf die Bevölkerung und die internationalen Organisationen. Denn wer im Krieg die Nahrungsmittelversorgung kontrolliert, kontrolliert alles.

Seit Beginn des Krieges wurde die Wirtschaftskrise in Jemen permanent. Die Währung ist eingebrochen, die Inflation nicht mehr zu bremsen. Wer Arbeit hatte, hat sie verloren. Wer seine Familie ernähren konnte, lebt heute von Almosen.

Jahrelang war die Strategie der Koalition gegen die Huthi: Wenn wir sie belagern, werden sie nachgeben. Aber die Huthi geben nicht nach. Um zu demonstrieren, dass der Feind auch Zivilisten nicht verschont, stellen die Huthi die Opfer aus den eigenen Reihen aus: Die Hungernden, die sie uns Journalisten vorführen, sind ein makabrer Beweis der Auswirkungen der Belagerung.

Die 20 000 Luftangriffe haben die Landwirtschaft unmöglich gemacht und die Wirtschaft geschädigt, indem sie Infrastruktur und Felder zerstörten. Die Huthi machen die Arbeit internationaler Hilfswerke zu einem Hürdenlauf zwischen Erpressungen und Vermittlungen. Im Krieg aller gegen alle haben die Huthi das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen monatelang gezwungen, die Lieferungen teilweise einzustellen. Was sie bereits unter ihre Kontrolle gebracht hatten, wurde an Verwandte und Unterstützer verteilt, gegen ein paar Tausend Rial unter der Hand verkauft oder einfach zurückbehalten. Die anderen? Vergessen und verhungert.

Gemäss der Organisation Save the Children sind seit Beginn des Krieges 85 000 Kinder durch diese Notsituation gestorben, aber der wirtschaftliche Krieg ist eine Grauzone im internationalen Recht, und wenn die Hungersnot in Jemen auch zu hundert Prozent menschengemacht ist, ist es schwierig festzustellen, ob der Hunger als Kriegsverbrechen eingestuft werden kann oder nicht.

Ein Bericht, der Anfang September 2019 von einer Expertengruppe des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen veröffentlicht wurde, legt nahe, dass es so ist. Sie klagte darin die Kriegsverbrechen der verschiedenen Konfliktparteien an. Die Uno-Experten sind überzeugt davon, dass die jemenitische Regierung und die Koalition unter saudischer Führung einerseits und die Huthi-Rebellen andererseits jahrelang Luftangriffe, Folter, sexuelle Gewalt, Behinderung humanitärer Hilfe und Hunger als Waffen eingesetzt haben – ohne Repressalien fürchten zu müssen. Verbrechen, die begangen wurden, indem man von der kollektiven Gleichgültigkeit gegenüber dem jemenitischen Elend profitierte.

In einem Laden in der Altstadt von Sanaa sitzt ein Mann an einem schmalen Holztisch und kaut müde Khat. Vor seinen überkreuzten Beinen stehen Plastikflaschen in unterschiedlichen Grössen. Darin ist Sesamöl, gewonnen mittels einer antiken traditionellen Pressung.

Der Laden befindet sich in einer Mühle. Die Sesamsamen kommen hier in eine Holzpresse, die von einem Kamel in Bewegung gehalten wird, das täglich immer im Kreis läuft. Eine konstante, sehr langsame Gehbewegung, und aus der Presse fliesst das Öl, das, wie es heisst, Muskelschmerzen lindert.

Im Inneren der Mühle ist es eng und dunkel, der Raum ist knapp 20 Quadratmeter gross. Aber das Kamel weiss das nicht. Seine Augen sind mit Lederklappen zugebunden.

So wandert es um den Mühlstein und hält stundenlang die Presse am Laufen, jeden Tag. Ohne Sprünge, ohne Stolperer.

Jeder Schritt ein Tropfen Öl, so lange, wie sein Körper die Anstrengung mitmacht.

Mohammed, einer der Führer, die das Informationsministerium uns bei unserem Besuch in Jemen an die Seite gestellt hat, beobachtet die Schritte des Tieres und dessen unermüdliches Funktionieren.

«Ein Kamel hat ein gutes Gedächtnis und ist nachtragend. Es rächt sich an dem, der ihm unrecht getan hat. Wenn man ihm die Augenbinde abnähme und es plötzlich sehen und verstehen könnte, wie es all die Jahre gelebt hat, würde es verrückt werden. Und die Dinge auf seine Art in Ordnung bringen. Deshalb muss es für immer die Augenbinde tragen.»

Vor der Mühle sieht eine Gruppe Jugendlicher die Fotos von im Krieg Gefallenen an, die draussen in der Strasse ausgestellt sind. Momentaufnahmen des Todes an der Front, die für die hiesigen Jugendlichen eine ähnliche Bedeutung haben wie für andere, glücklichere Teenager in anderen Teilen der Welt die Bilder ihrer Fussballhelden.

«Das ist mein Onkel!», schreit einer und zeigt auf ein Bild links oben.

«Der hier hat einen Angriff auf Saada abgewehrt», sagt einer und deutet mit dem Finger auf ein Bild, das die anderen etwas überragt.

«Das ist der Sohn des Gouverneurs», sagt der Regierungsbeamte.

Die Grösse der Porträts korrespondiert nicht unbedingt mit dem Mut des Gefallenen, sondern vor allem mit der Bedeutung seiner Familie.

Eine Ausstellung der Märtyrer als Symbol des sozialen Prestiges.

«Der hier war 14, genauso alt wie ich», sagt ein dritter Junge.

Dann wenden sie sich zerstreut ab, rennen die Strasse entlang, die zum Hotel Burj al Salam führt, das einst Ziel von Reisenden aus aller Welt war. Heute ist es verwüstet. Sie lachen, rennen um einen kaputten Ball herum. Auf einmal schreien sie: «Allahu akbar, al-mawt li-amrika, al-mawt li-israil, al-la nah ‘ala ‘l-yahud, an-nasr lil-islam», das Motto der Huthi. Es bedeutet: «Gott ist allmächtig, Tod für Amerika, Tod für Israel, Verdammnis für alle Juden, Sieg für den Islam.»

Sie scheinen mir wie die zur Blindheit verdammten Kamele, Tiere in Gefangenschaft, die im Kreis laufen in einem engen dunklen Raum und eine Sache unterstützen, deren Begleitumstände sie nicht kennen. Sie kennen nur den Namen des Feindes, den es zu bekämpfen gilt.

Anstelle der Augenbinde aus Leder verdunkelt ihnen die Propaganda der Huthi die Sicht. Anstelle von Sesamöl erzeugen sie den Hass für die Zukunft von Jemen.

 

 

Aus dem Italienischen von Barbara Hofmann.

 


 

Jemen früher

Das Römische Reich hatte die Arabische Halbinsel in Regionen unterteilt: Arabia Petraea im Norden, Arabia Deserta oder Arabia Magna in der Mitte und im Süden Arabia Felix, übersetzt: fruchtbares oder glückliches Arabien – gemeint ist das Gebiet des heutigen Jemen. Fruchtbar deshalb, weil sich an Jemens Bergen Wolken ausregnen. Zu jener Zeit, als Indien noch britische Kolonie war, war der Hafen von Aden als Umschlagplatz bedeutender als der New Yorker Hafen, weil in Aden alle Schiffe Kohle bunkerten. Und auch eine andere Hafenstadt spielte einst eine wichtige Rolle. Mokka ist bei uns als Kaffee bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, wieso der Kaffee so heisst: wegen der jemenitischen Hafenstadt Mokha (Mokka) am Roten Meer. Von dort aus wurde der Arabica-Kaffee, der ursprünglich aus Äthiopien stammte, in die ganze Welt verschifft. 

 

Jemen jetzt

Der Krieg um die Macht in Jemen dauert an. Im April 2019 wollte der US-Kongress in überparteiischer Geschlossenheit US-Kriegsaktivitäten in Jemen und die Unterstützung Saudiarabiens unterbinden, aber Donald Trump machte von seinem Vetorecht Gebrauch.

Das World Food Programme (WFP) bemüht sich weiterhin, besonders Bedürftige, die in den Huthi-kontrollierten Gebieten leben – etwa neun Millionen Menschen –, mit Lebensmitteln zu beliefern.

Seit den im November begonnenen Friedensverhandlungen zwischen Saudiarabien und den Huthi hätten die Kampfhandlungen zwar nachgelassen und es gebe weniger Bombenangriffe, bestätigen Hilfsorganisationen vor Ort, aber die NGO Ärzte ohne Grenzen beklagt, dass die medizinische Versorgung – nicht nur für die Tausenden Cholera- und Dengue-Fieber-Patienten – weiterhin völlig ungenügend sei. In Aden ist derzeit zwischen den Verbündeten ein Machtkampf im Gange, Separatisten möchten Jemen aufteilen – wie es schon vor 1990 der Fall war.

 

Autorin

Francesca Mannocchi ist Journalistin und Regisseurin. Sie arbeitet für das italienische Fernsehen und für italienische und internationale Zeitschriften. In den letzten Jahren hat sie über die Kriege und Flüchtlingskrisen in vielen Ländern berichtet. «Ich glaube, dass wir als Journalisten, die über grosse Krisen in der Welt berichten oder einfach nur über das, was in unserem Land passiert, immer versuchen müssen, geeignete Worte zu finden: Wir müssen den Dingen einen präzisen Namen geben.  ‹Worte sind Taten›, hat Ludwig Wittgenstein gesagt. Es ist ein einfacher Satz, aber er enthält eine Weise, die Welt zu betrachten.»

 

Mehr zum Thema Hunger und humanitäre Hilfe:

Reportagen #35  — Sudan 1998von Hans Christoph Buch

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