Mein dünner Freund Andrej

Diese Geschichte steht nur Abonnenten zur VerfügungLock icon

Liebeserklärung an St. Petersburg und seinen letzten Hungerkünstler

Sabine Riedel

Ich habe Russland schon immer geliebt. Liebte Rachmaninow, die süsse Melancholie seiner Klavierkonzerte. Sah das Tiefgründige in den Augen von Jurij Schiwago und fuhr mit ihm durch die Puderzuckerlandschaft eines russischen Winters. Ich kannte Russland nicht, aber ich wusste: Ich liebte es. Und eines Tages fuhr ich tatsächlich hin. Der Kommandoton,
in dem eine uniformierte Russin bei der Passkontrolle «Dokumenti!» schnarrte, hätte mich warnen sollen, aber noch summte in meinen Ohren der Silberklang dieser wunderbaren Frauennamen, Namen wie Sinaida Alexandrowna und Nastassja Filippowna, der mich bei meiner Lektüre von Turgenjew und Dostojewskij verzaubert hatte. Ich war nach Russland gekommen, um Russisch zu lernen. Und ich war nach Petersburg gekommen, weil ich zu viele Gedichte von Brodskij gelesen hatte und mich nicht sattsehen konnte an Nathan Altmans Porträt der Achmatowa, diesem schönen Tatarengesicht mit der aristokratisch modellierten Nase.

Als Abonnent steigen Sie bei Reportagen wegbereitend ein und können diesen und alle weiteren Artikel hier auf der Website lesen. Ausserdem ermöglichen Sie ganz direkt, dass unsere Autorinnen und Autoren, abseits der ausgetretenen Pfade spannende Geschichten aufspüren können.
Sabine Riedel unterwegs:
AutorIn
Themen
Region
Sabine Riedel
Sabine Riedel
Sabine Riedel
Sabine Riedel
Sabine Riedel
Sabine Riedel
Sabine Riedel