Michael Finkel, Autor von «27 Jahre Einsamkeit», im Gespräch

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«Chris Knight unterscheidet sich vollkommen von allen anderen Personen, die ich jemals getroffen habe.» Michael Finkel im Gespräch mit Esther Göbel.

Michael Finkel und Esther Göbel

Reportagen: Als Journalistin bin ich zugegebenermassen neidisch auf diese Geschichte – wie haben Sie sie gefunden?

Michael Finkel: Ich lebte damals noch in den USA und verbrachte viel Zeit damit, online in kleinen Lokalzeitungen nach aussergewöhnlichen Geschichten zu suchen. Eines Tages fand ich eine Meldung in einer Zeitung aus Maine, einem Gliedstaat im Nord-osten der USA. Ich las also diesen Artikel – und jede Zeile war bizarrer als die Zeile davor: Ein Mann ist gefunden worden, nachdem er 27 Jahre im Wald gelebt hatte. Er gab an, in dieser Zeit mit niemandem gesprochen zu haben. Er hatte niemals Geld ausgegeben, niemals ein Telefongespräch geführt, nie eine andere Person berührt. Dafür aber an die tausend Diebstähle begangen. Ich dachte: «Dieser Typ muss verrückt sein!» Aber dann stand da noch, dass er hunderte Bücher gestohlen und gelesen hatte. Und da dachte ich: «Hm, vielleicht ist er doch nicht so verrückt.» Ab diesem Zeitpunkt wollte ich mehr wissen.

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