Miodrags Schweinchen

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Im bosnischen Lopare herrschen Apathie und Korruption. Ein Rückkehrer geht neue Wege.

Margrit Sprecher

Nachts könnte das ein Schweizer Dorf sein. Vor dem Hotel «Helvetia» weht die rote Fahne mit dem weissen Kreuz, schräg gegenüber gibt’s ein Restaurant «Waage». Und auf den Strassen parkieren Autos mit Aargauer, Luzerner und St. Galler Nummernschildern. Gut, die Strassenlampen sind etwas trüb. Man muss schon zwinkern, damit sprühende Glanzlichter daraus werden. Und, vielleicht, mit einem Slibowitz der Illusion nachhelfen.
Bei Tag hilft kein Trick mehr. Bauruinen unterbrechen, Zahnlücken gleich, die kurze Häuserzeile. Mauern in abgeblättertem Rosa und Resedagrün bröckeln vor sich hin. Was im Dunkeln so verheissungsvoll geleuchtet hatte, ist ein Elektrohandel, eine wahllose Anhäufung von Gegenständen und Kartons hinter verstaubten Schaufenstern. Nicht mal das üppige Grün rund ums Dorf ist, was es verspricht. Im vermeintlichen Wanderparadies lauern noch immer Tausende von tödlichen Minen aus dem Bürgerkrieg.

 

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