Roger fliegt allein über den Atlantik

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Von Europa nach Amerika oder wie man sich beim Fliegen die Hand bricht.

William Stern

Was der Reiz beim Fliegen ist? Ganz allein im Cockpit sitzen, um einen herum nur eine Handbreit Plexiglas und Glasfaser, die einen von der unendlichen Weite des Himmels trennen. Aber das Schweben über dem Wolkenmeer, dieses sentimentale Beschwören der Einsamkeit, ist noch nicht alles. Was mich an der Fliegerei eigentlich fasziniert, ist die immense Herausforderung der Technik. Der ganze Alltagsstress bleibt zurück auf der Erde, weil man sich im Cockpit nur auf eines konzentrieren muss: das Fliegen. Am Boden bin ich Zahnarzt; ich wollte einen Beruf erlernen, bei dem die Hände gefragt sind. Im Militär habe ich es bis zum Oberstleutnant in der Luftwaffe gebracht. Ich arbeite sicher bis 70, also noch sieben Jahre, aber fliegen werde ich, solange es Körper und Geist zulassen. Jeder Pilot will einmal den perfect flight schaffen: keinen einzigen Fehler machen, alle Funksprüche richtig absetzen, die Instrumente einwandfrei beherrschen. Doch im vergangenen Jahr musste ich nach 40 Jahren Flugerfahrung lernen: Auch eine kleine Unachtsamkeit kann schwerwiegende Folgen haben.

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