Schlafen über dem Ozean

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Laute Rockmusik, Unmengen Kaffee zum Wachhalten: Was im Cockpit wirklich geschieht, während wir fliegen.

Jan Pelczar

«Früher habe ich gedacht, Pilot zu sein, bedeute, mit Flugbegleiterinnen und in Kapitänsmütze wie Leonardo DiCaprio in Catch Me If You Can über den Flughafen zu schlendern. Heute weiss ich, dass man hauptsächlich in einem unbequemen Sessel sitzt, in einem sehr engen Raum, in dem es ziemlich laut ist», erzählt mir Maciej*, Co-Pilot bei einer europäischen Charterfluggesellschaft.

Es ist sieben Uhr morgens. Gleich fahren wir los zum Flughafen. Es ist gut, eine Stunde und vierzig Minuten vor dem Abflug dort zu sein. Während die Passagiere nach ihrem Schalter für die Abfertigung suchen, holen die Piloten ihren Umschlag im briefing room ab. Darin ist der Flugauftrag – woher, wohin, mit welchem Flugzeug.

Michał*, der bei einer von den billigen Fluggesellschaften arbeitet, muss noch früher kommen. «Die Daten haben wir im iPad, aber es muss alles ausgedruckt und dann von uns in Briefumschläge gesteckt werden, die wir anschliessend beschriften. Das iPad kann abstürzen, sich aufhängen, der Internetempfang funktioniert nicht. Fliegen besteht nicht nur darin, das Schiff zu lenken, sondern auch im ständigen Ausfüllen von Belegen.»

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