Shooting im Exzess

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Sex, Drogen, Abgründe: Der Magnum-Fotograf Antoine D'Agata auf der Suche nach dem ultimativen Bild in Kambodscha.

David Signer

Als ich Antoine D’Agata 2005 in Jamaica bei einer gemeinsamen Reportage über die brodelnde Dancehall-Szene von Kingston kennenlernte, hatte er gerade «Butterfly Stories» von William T. Vollmann gelesen. Das Buch handelt von einem Fotografen und einem Journalisten, die von einem Magazin Geld bekommen, um sich quer durch Asien zu vögeln. Am Ende hat sich der Journalist mit Aids infiziert und irrt durch das kriegsversehrte Kambodscha, auf der Suche nach seinem Todesengel, der wunderschönen Frau aus der Hinterstrassenbar in Phnom Penh, die er nicht vergessen kann.
Der Roman gab Antoine den Ausschlag, nach Kambodscha zu gehen. Er liess seine palästinensisch-iranische Frau und die jüngste seiner Töchter in Frankreich zurück und ist seither der berühmteste Obdachlose der Welt. «Das Entscheidende war für mich das Thema der Ansteckung. Contamination. Das ist sehr wichtig, auch für die künstlerische Arbeit. Man darf nicht einfach von aussen zusehen. Man muss sich packen, verwickeln, infizieren lassen. Sich selber aufs Spiel setzen.»

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