Sieben Wege zum Erfolg

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Todsünden waren einmal. Heute nennt man diese «Superskills».

Claude Fankhauser, Marc Kappeler und Simon Trüb

Erfolgsfaktor 1:

Selbstvertrauen

Veraltete Bezeichnung: Superbia (Hochmut), auch Eitelkeit, Übermut, Arroganz.

Der 1946 geborene Donald John Trump führte bereits in jungen Jahren die Immobilienverwaltungsfirma seines Vaters zu ungeahnten Erfolgen. Der breiten Öffentlichkeit wurde er ab 1971 ein Begriff, als er mit ersten baulichen Meisterleistungen Manhattan umzukrempeln begann. Schon da setzte er sich erfolgreich gegen Behördenwillkür zur Wehr, beispielsweise als er in einem mehrjährigen Rechtsstreit verhindern konnte, dass Sozialhilfebezüger in seine Wohnungen einziehen. 

Kurzzeitige Rückschläge stärkten nur seinen absoluten Willen, der Beste zu sein. So schaffte er es 1991, auch aus dem Konkurs seines Taj-Mahal-Kasinos noch Gewinn zu ziehen, während Geschäftspartner und Banken auf Millionenschulden sitzen blieben – selber schuld! Als Trumps Vater 1999 starb, hinterliess er ihm das nötige Spielgeld – rund 75 Millionen Dollar –, welches Trump in sein bisher ambitioniertestes Projekt steckte: den Trump World Tower, einen 72-geschossigen Wohnturm, der bei der Eröffnung das höchste Gebäude der Welt war. 

Seine Geschäfte macht Trump mittlerweile nicht nur mit Immobilien, er hat vielmehr breit diversifiziert: Schönheitswettbewerbe, Golfplätze, Medien – Trump mischt überall mit, wo sich die Schönen und Reichen dieser Welt aufhalten. Stilprägend, was Männerfrisuren angeht, ist er eine leib­haftige Verkörperung des amerikanischen Traums: Es gibt nichts, was Donald Trump nicht kann. Nach jahrelangem erfolgreichem Unternehmertum will er seiner Heimat deshalb einen Dienst erweisen und vom Weissen Haus aus das Land auf Vordermann bringen. Denn der Mann, der auf Frauen wie ein Magnet wirkt – nebst seiner Ehefrau Ivana Trump sind auch Schönheiten wie Carla Bruni oder Melania Knauss seinem Charme erlegen –, weiss genau, was die USA brauchen: mehr Unternehmertum, weniger Staat, weniger Ausländer, viel weniger Muslime und vor allem: viel, viel mehr Donald Trump.

Amerikanische Freikirchen bauen gruselige Geisterhäuser, in denen Jugendliche sich für Himmel oder Hölle entscheiden sollen. Lesen Sie im NZZ Folio vom Februar 2016 die Reportage von Reto U.  Schneider.

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