Sotschis Soundtrack

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Im Stimmengewirr des berühmten Kurorts: Was denken Russen über Russland?

Dmitrij Gawrisch

Es sprechen: die listige Affentrainerin, der taxifahrende Bauarbeiter, der ansagende Busfahrer, die nutzlose Ehefrau, der wortkarge Georgier, die ehemalige Geschichtslehrerin, der dreifache Hausbesitzer, der hitzige Ironiker, die beschürzte Marktfrau, drei ganz unterschiedliche Mütter, der lästige Papageienhalter, die einheimische Patriotin, die bebrillte Sportbegeisterte, die zickige Skifahrerin, der einfallsreiche Sohn, der betrunkene Titanhändler, ein heiserer Vieltelefonierer, dazu warnende Ansager, exemplarische Zeitungsmeldungen und viele buntbemalte Schriftflächen.

Sie alle sprechen im russischen Kurort Sotschi. Es ist Ende Februar.
Die Gipfel des Kaukasus sind verschneit, unten am Schwarzen Meer aber sind milde 15 Grad. Vereinzelt wird bereits gebadet.

Aber plötzlich springt mich die Sehnsucht an. Dann gibt es kein Halten mehr und kein Zurück. Sofort steige ich ins Taxi.

Taxi?

Fahre zum Flughafen. Kaufe ein Ticket. Ich weiss auswendig, wann die Flüge gehen. Und drei Stunden später bin ich in Sotschi.

Nächste Haltestelle: 50 Jahre Sowjetunion.

In Sotschi besitze ich drei Häuser. Das sage ich nicht, um anzugeben.

Sotschi ist ein Dorf.

Abschleppzone.

Mit knapp 150 Kilometern der längste Kurort der Welt.

Hier kennt jeder jeden.

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