Susanne Donner im Gespräch

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Im Gespräch mit Susanne Donner, der Autorin von Der Profiteur Mehmet D.

Esther Göbel und Susanne Donner

Reportagen: Frau Donner, Sie sagten der Redaktion, Ihre Recherche über die Machenschaften von Mehmet D. sei die intensivste Recherche gewesen, die Sie jemals für eine Geschichte gemacht hätten – wieso?

Susanne Donner: Ich ahnte zu Anfang gar nicht, wie riesig das Ausmass des Skandals sein würde, der von Mehmet D. ausgeht. Ich habe von August 2017 bis April 2018 an der Geschichte gearbeitet, mit zwanzig bis dreissig Personen gesprochen. Und erst nach etwa drei Monaten verstanden, welches Geschäftsmodell Mehmet D. eigentlich fährt. Als ich schon einiges an Material recherchiert hatte und sich die Hinweise auf diese massiven Verfehlungen verdichteten, dachte ich die ganze Zeit: Das kann nicht wahr sein! Nicht in einem Land wie Deutschland! So etwas darf nicht sein! Dass jemand über Jahre hinweg Hunderte von Personen insgesamt um eine Summe im zweistelligen Millionenbereich betrügt! Hätte mir eine Kollegin vor meiner Recherche von diesem Fall erzählt, ich hätte ihr nicht geglaubt. Doch je mehr ich recherchierte, und je mehr Personen ich sprach, desto stärker häuften sich die Hinweise darauf, dass es tatsächlich so ist, dass Mehmet D. eben immer noch auf freiem Fuss lebt – und dass er weiterhin jeden Tag Menschen hintergehen kann, ohne dass irgendetwas passiert.

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