Sushi made in Brazil

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Felipe Vilani weist mit seiner Fischzucht dem ehemaligen Hippie-Paradies Morro de São Paulo den Weg in die Zukunft.

Christoph Wöhrle

Mit den Pflastersteinen begann das Paradies zu sterben. Es ist zwei Jahre her, da kamen die Arbeiter in ihren blauen Anzügen auf die Insel und klopften und hämmerten die Steine in den Boden, bis aus Sandpisten feste Strassen und Gassen geworden waren. Viele «nativos», Ureinwohner, ja, so nennen sich hier die Nachfahren der Portugiesen, der afrikanischen Sklaven, der amerikanischen Hippies stolz, protestierten, aber es half nichts, niemand hält den Fortschritt auf, so bekamen sie es gesagt. Der Fortschritt hatte schnell menschliche Gesichter: Heute laufen an jedem Abend Frauen in Cocktailkleidern auf hohen Hacken über die Strassen, Männer führen ihre Rolex-Uhr spazieren. Kinder rollen mit Skateboards den üppig beleuchteten Marktplatz entlang, man wähnt sich auf Ibiza. Was so ein paar Steine ausmachen

 

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