Tagebuch eines Pädophilen

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Ein Schweizer Frührentner lebte in Brasilien satt und zufrieden, bis zu seiner Ermordung.

Ruedi Leuthold

Die Polizei von Arraial d’Ajuda im Süden von Bahia, Brasilien, stiess auf das Tagebuch von Hans G. zusammen mit dem Pass, der ihn als siebzigjährigen Schweizer auswies, nachdem sie seinen nackten Körper, schon im Stadium der Verwesung, im Badezimmer gefunden und ordentlich fotografiert hatte. G. war mit sieben Messerstichen getötet worden, vier von hinten, dann musste er sich umgedreht haben, nochmals drei von vorne, jeder einzelne Stich war nicht heftig genug, um den Tod herbeizuführen, aber gesamthaft waren sie ausreichend, um den Mann verbluten zu lassen. Sehr wahrscheinlich war die Tat am Wochenende des 19. /20. Juni 2010 verübt worden, aber die Haushälterin hatte ihn erst am darauffolgenden Donnerstag gefunden. Die Tür war nicht aufgebrochen, der Fernseher auf einen Pornokanal eingestellt. Ein Messer aus der Küche des Schweizers war die Tatwaffe, und aus all den Spuren schloss Staatsanwalt Rafael Zanini, der vor einiger Zeit aus dem bergigen Belo Horizonte an die sonnige Ferienküste gekommen war, dass Täter und Opfer sich gekannt haben mussten.

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