Was seither geschah #27 : «McSamoa»

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Samoa platzt aus allen Nähten: Die Menschen auf der Insel sind viel zu dick. Nun wurde ein Gen entdeckt, das Hilfe im Kampf gegen die Verfettung verspricht.

... was seither geschah

Anne Backhaus

Auf der extrabreiten Liege sieht das Baby nicht nur klein aus, sondern winzig. Es liegt in ein weisses Tuch eingewickelt da, wie in einem Kokon, am oberen Ende sein schmales Gesicht und sein dichtes schwarzes Haar. Weit über dem Säugling ragt ein grauer Gerätearm hervor, der in einer breiten U-Form die Liege umfasst. Das Baby befindet sich in einem speziellen Scanner, der die Körperzusammensetzung auswerten kann. Ein diagnostisches Verfahren namens Dual-Röntgen-­Absorptiometrie, das zum Beispiel zeigt, wie viel Muskelmasse in einem Körper steckt und wie hoch der Anteil an Knochen ist. Oder an Fett.

«Deswegen ist der Scanner auch so gross, es müssen sehr grosse Menschen darin Platz finden», sagt Stephen McGarvey. Der Anthropologe und Epidemiologe der renommierten Brown-Universität in Rhode Island (USA) hat als einer der Ersten erkannt, dass die Menschen auf Samoa ungewöhnlich viel zunehmen. Das war vor drei Jahrzehnten. Nun ist McGarvey, der seitdem mehrmals jährlich anreist, in seinem Kampf gegen das Fett einen grossen Schritt weitergekommen. Er hat das Foto von dem Baby gemacht, denn der Scanner steht seit wenigen Monaten in Apia, der Hauptstadt Samoas. Es ist die erste pazifische Insel mit solch einem Gerät.

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