Was seither geschah #35 : «Portugals Muschelmafia»

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Die Japanische Teppichmuschel ist in ganz Europa erhältlich und stammt oft aus dem vergifteten Fluss Tejo bei Lissabon, wo sie illegal ausgesetzt wurde, kriminell gehandelt wird und unsere Gesundheit gefährdet.

… was seither geschah

Fabian Federl

«Unsere Hauptaufgabe», hatte Chefe Oliveira mit dem Blick auf den Hafen und die untergehende Sonne über der Flussmündung gesagt, «ist diese verfluchte Muschel.» Am Ende meiner Recherche vor zwei Jahren erwähnte Oliveira, Einsatzleiter der portugiesischen Marinepolizei, eine neue Task-Force: Mehrere Behörden sollten den Handel gemeinsam bekämpfen. An der Wurzel. Weniger Kontrolle der Muschelsammler, sondern verstärkte Suche nach Hintermännern. Denn bisher, so das Fazit meiner Reportage, verschlangen die Kontrollen viel Arbeitszeit, brachten aber wenig. Ausser an einem Tag: 300 Kilogramm konfiszierte Muscheln und die Festnahme von zwölf Rumänen. Diese Sammler sind das erste Glied einer illegalen Lieferkette, die in alle Ecken Portugals und mittlerweile auch nach Spanien reicht: Die von Industrieabfall und mit E.-coli-Bakterien vergifteten Muscheln gelangen so auf die Märkte in ganz Europa.

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