Was seither geschah #43: «Dieses Tier ist eine Sache»

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Welche Rechte stehen Tieren zu? Ist Orang-Utan-Dame Sandra ein Subjekt – oder eine Sache? In Argentinien entbrennt ein Streit, der über die Landesgrenzen hinaus Schlagzeilen schafft.

… was seither geschah

Barbara Bachmann

Sandras rotbraunes, zottelig wirkendes Haar, das beinahe ihren ganzen Körper bedeckt, erinnert an die Schale einer Kokosnuss. Ihre Arme sind stark, länger und kräftiger als die Beine. Sie liebt Rucola und, wenn sie ihre Regel hat noch mehr als sonst: Weintrauben. Ihre «Bonbons».

Bis vor kurzem war Sandra – 1986 in einem norddeutschen Zoo geboren, mit acht Jahren nach Buenos Aires verkauft – der letzte Orang-Utan in Argentinien. Weltweit gilt sie, auch heute noch, als die wohl Berühmteste ihrer Art. Zurück geht ihre Bekanntheit auf ein Urteil, welches das zweithöchste Gericht Argentiniens am 18. Dezember 2014 spricht. Zusammengefasst besagt es: Tiere sind keine rechtlosen Objekte. Der Präzedenzfall bezieht sich auf ein Verfahren im Namen der heute 33 Jahre alten Sandra. Vereinfacht geht es als Schlagzeile um die Welt: «In Argentinien erhält ein Orang-Utan menschliche Rechte.»

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