Was seither geschah #50: «Reise zu den Ahnen»

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Sieben Erwachsene und vier Teenager aus den USA reisen zehn Tage lang durch Ghana auf der Suche nach ihren Wurzeln.

Paul Hertzberg

Im Sommer 2019 standen vier junge Afroamerikanerinnen an Ghanas Küste, im Innenhof eines alten Sklavenforts, und schrien. Der Ozean klatschte an die Festungsmauern, Kameradrohnen surrten in der Luft. 240 Menschen hielten sich an den Händen und schrien wie aus einer Kehle: «Say it loud, I’m black and I’m proud!» Für die vier Mädchen, Myla, Tatiana, Jamara und Taleyah, war es der Höhepunkt ihrer Reise, dieser Roots-Tour nach Westafrika. Genau 400 Jahre nachdem das erste Sklavenschiff in den späteren USA anlegte, waren sie zurückgekommen in die Heimat ihrer Vorfahren. Zehn Tage lang waren sie quer durchs Land gereist, von der Hauptstadt Ghanas ins Landesinnere nach Kumasi, in die Stadt der goldenen Aschanti-Fürsten und an die Küste, nach Cape Coast. Sie waren Teil einer Reisegruppe, auf der Suche nach ihren Wurzeln in Afrika. Sie besuchten Museen und Märkte, assen ghanaisch und lernten einen König kennen. Roots-Tourism, das ist eine Mischung aus Sinnsuche und Pauschalreise, mit Beachpartys, Bongotrommeln und den ganz grossen Fragen: Wo komme ich her? Wo gehöre ich hin?

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